Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 420)
- Language
- German, English, Hebrew
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15. Sitzung: Berieht der Organisations-Kommission Verbände (Landes- und Sonderverbände) statt lediglich auf Sehekelzahler, auf einen festen, ständigen Mitgliederbestand stützen sollen. Ein anderes Problem, das wir beraten haben, war die Frage der Inkompatibilität, eine Forderung, die bekanntlich Herr Jean Fischer seit vielen Jahren immer wieder vertritt. Wir haben diese Frage nach verschiedenen Eichtungen hin behandelt und legen Ihnen drei Eesolutionsanträge dazu vor. Ich muß betonen, daß diesen Vorschlägen keineswegs, wie behauptet wird, eine beamtenfeindliche Tendenz zugrunde lag, sondern daß es sich um eine rein sachliche Frage handelt, deren von uns vorgeschlagene Lösung auch von den Beamten der Exekutive und von einem der leitenden Beamten des Keren Kajemeth unterstützt wird. Das dritte Kernproblem war die Frage der Kongreßr e f o r m. Es waren zwei Meinungen in der Kommission vertreten. Die eine erstrebte, den Kongreß in höherem Maße als bisher zur Tribüne des jüdischen Volkes zu machen und ihn zu diesem Zwecke von den Einzelheiten der Beschlußfassung über Budget und Organisation zu entlasten, während die zweite ihm gerade diese praktischen Fragen lassen und von seiner Bedeutung als ausschließlicher Tribüne des jüdischen Volkes absehen wollte. Da es in diesen wenigen Tagen unmöglich war, diese Frage zu entscheiden, sind wir zu dem Vorschlag gelangt, alle diesbezüglichen Anträge dem Aktions-Komitee zur Beratung und Beschlußfassung zu überweisen. Das vierte Hauptproblem war die Frage der Propaganda- und Organisationstätigkeit. Es wurde der Standpunkt vertreten, daß der gegenwärtige Zustand der Beeinflussung der Gesamtorganisation durch die Exekutive nicht ausreichend sei, wenn auch anerkannt wurde, daß in dieser Beziehung in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht worden sind und daß insbesondere die Rundschreiben und Presseübersichten des Organisations-Departements der Exekutive Anklang gefunden haben. Die Kommission war der Ansicht, daß es notwendig sei, daß sich die einzelnen Organisationen wieder stärker, als es in den letzten Jahren der Fall war, der ideologischen Auseinandersetzung mit den Nichtzionisten zuwenden. Es wurde konstatiert, daß diese Auseinandersetzung zurzeit am stärksten vonseiten des Misrachi geführt wird. Die Kommission war der Ansicht, daß sich mit dieser Frage ein unabhängiges Gremium beschäftigen und daß eine Kommission von Sachverständigen für Organisation und Propaganda zu einer Enquete zusammentreten solle, deren Ergebnisse dem Aktionskomitee und der Exekutive zu unterbreiten wären. (Lebhafter Beifall.) 378