Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 380

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 380 (sequence 422)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
100% known words query
IRI
…/3476254-3476284--6865-3483012
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

15. Sitzung: Bericht der Organisations-Kommission daß eine radikale Propaganda durchaus vereinbar ist mit jener Politik der Zusammenarbeit, der Kooperation auf gewissen Gebieten, die letzten Endes auf die Konstituierung der Jewisb Agency hinzielt. Es ist unsere dringlichste Sorge, daß dieser Kampf erneut einsetze, und wir sind deshalb an die Organisationskommission mit der Frage herangetreten, ob sie der Meinung sei, daß die Exekutive die Bewegung nach dieser Richtung zu lenken hätte. Man antwortete uns, daß die Exekutive in dieser Hinsicht „anregend" zu wirken hätte, aber nicht kontrollierend und leitend. Es wird von der Kommission angeregt, daß demnächst eine Konferenz zionistischer Ideologen und Theoretiker stattfinden solle, die wieder einmal die Grundfragen der zionistischen Ideologie und der zionistischen Propaganda, und zwar sowohl die geistigen wie auch die technischen Probleme der zionistischen Propaganda, untersuchen und prüfen soll. Ich glaube, daß eine solche Konferenz nötig ist, damit irgendwie ein gemeinsamer Boden für zionistische Propaganda geschaffen werde. Dr. Barth hat die Frage aufgeworfen, ob wir weiter in der Richtung der Differenzierung fortzuschreiten hätten oder ob die Energien wieder mehr zusammengefaßt werden müßten. Eine organisatorische Differenzierung ist bis zu einem gewissen Grade nötig, sie ist aus ideologischen Gründen von selbst geboten. Wir haben Sozialisten, wir haben Orthodoxe. Dennoch liegen die Verhältnisse so, daß wir alle eine gemeinsame Front nach außen, gegen das antizionistische Judentum, gegen die Assimilation, haben oder herstellen können. Es ist die Zeit gekommen, wieder einmal die Frage zu stellen, inwieweit und bis zu welchem Grade wir auf gemeinsamem ideologischen Boden stehen. Wir bestreiten nicht, daß jener Kampf, der zwischen den zionistischen Gruppen in Polen oder in anderen Ländern stattfindet und sie in einen scharfen Gegensatz gegeneinander bringt, Leben bedeutet. Gewiß, Grünbaum hat Recht, Kampf bedeutet Leben. Es ist nur die Frage, wie weit er zionistisches Leben bedeutet, wie weit 380

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.