Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 407)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6850-3482997- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nurock, Goldmann essen und zugesicherten Kechte verteidigen wird", konnten wir nicht akzeptieren; denn wir haben leider diese Ueberzeugung und dieses Vertrauen nicht. Der Wortlaut des Minoritätsvotums ist folgender: Der Kongreß konstatiert mit Bedanern, dafi die politische Lage in Palästina in hohem Maße unbefriedigend ist, daß trotz jahrelanger Forderungen des Kongresses und des A. C. die wichtigsten politischen und ökonomischen Postulate der Zionistischen Organisation und des palästinensischen Jischuw unerfüllt geblieben sind und die Politik der palästinensischen Administration die systematische aktive Unterstützung des jüdischen Kolonisationswerkes, zu der sie auf Grund des Mandats verpflichtet ist, völlig vermissen läßt. Die Exekutive der Zionistischen Organisation ihrerseits hat es unterlassen, durch Ausarbeitung eines umfassenden politischen und wirtschaftspolitischen Programms für die Kooperation der palästinensischen Administration und durch eine energische und zähe Vertretung der zionistischen Forderungen die Mandatsregierung zur Inaugurierung einer Politik zu veranlassen, die im Sinne des Mandats die Mitverantwortung und aktive Unterstützung am Aufbau des jüdisch-nationalen Heimes übernimmt. Der Mangel einer solchen Kooperation seitens der Mandatsregierung bedeutet eine dauernde Erschwerung und Hemmung des jüdischen Aufbauwerkes und ist einer der Gründe der gegenwärtigen schweren Lage in Palästina. Der Kongreß hält es daher für die dringendste und bedeutsamste politische Aufgabe der nächsten Zukunft, eine grundlegende Aenderung in der Politik der palästinensischen Administration im Sinne ihrer aktiven Kooperation herbeizuführen, und beauftragt die künftige Exekutive, durch eine Informierung der Mandatsregierung über die tiefe Unzufriedenheit der Zionistischen Organisation mit der politischen Lage in Palästina, durch Ausarbeitung und Unterbreitung eines umfassenden politischen und wirtschaftspolitischen Programmes, auf die Inaugurierung einer Politik der Mandatarmacht einzuwirken, die alle politischen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen trifft zur Erleichterung und Sicherung des Aufbaus des jüdischen nationalen Heimes und damit zur konkreten Verwirklichung des Mandats. Vorsitzender (nach Durchführung der Abstimmung): Der Antrag der Kommission ist mit 85 gegen 22 Stimmen angenommen, das Minoritätsvotum daher abgelehnt. Berl Locker (A. C, Poale Zion — jüdisch) : Ich habe noch einen Abänderungsantrag. 365