Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 364 (sequence 406)
- Language
- German, English, Hebrew
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14. Sitzung: Bericht der Politischen Kommission in der letzten Zeit sich für die Angelegenheiten des jüdischen Jischuw in stärkerem Maße interessiert and ihm in mehreren Fällen Hille geleistet hat. Der Kongreß sieht sich jedoch gezwungen, gleichzeitig mit Bedauern festzustellen, daß in all diesem noch keine grundlegende Veränderung des Systems der Mandatarmacht im Sinne einer aktiven Unterstützung des Aufbaus der nationalen Heimstätte zu finden ist. Dies beweisen verschiedene Maßnahmen und Verordnungen der letzten Zeit, die die Entwicklung des Jischuw zu stören geeignet sind. Mit tiefem Bedauern konstatiert der Kongreß Fälle der Verwaltungspraxis der letzten Zeit, durch welche Grundrechte, Lebensinteressen und sogar die Würde des Jischuw verletzt worden sind (die Angelegenheit des Grenzkorps, das Verhalten der Mandatsregierung inbezug auf die heiligen Stätten der Juden). Dr. Nahum Goldmann (A. C, Radikal — deutsch): Ich habe zum Punkte „Politik" ein Minderheitsvotum eingebracht, das ich kurz begründen möchte. Ich will zunächst meiner Genugtuung bezüglich der allgemeinen Resolution der Politischen Kommission in gewissen Punkten Ausdruck geben. Sie ist ein Zeugnis für den wachsenden Stimmungsumschwung, für eine fortschreitende Erkenntnis der wahren Verhältnisse innerhalb der Organisation. Vor Jahren stritt man noch darüber, ob wir das Recht hätten, von Seiten der Mandatarmacht aktive Kooperation zu verlangen. Es gibt netzt keinen Streit mehr darüber. Wer die Generaldebatte im Plenum und in der Politischen Kommission angehört hat, weiß, daß in diesen letzten Jahren tiefere und tiefste Unzufriedenheit mit der Politik der englischen Regierung in Palästina überhand genommen hat. Leider Gottes haben wir den Eindruck — wie dies aus den Reden der Vertreter der Exekutive in der Generaldebatte und in der Politischen Kommission hervorgeht —, daß von diesem wachsendem Gefühl der Unzufriedenheit mit der Politik der Administration in Palästina ein Teil der Organisation noch nicht ergriffen ist, und leider der praktisch wichtigste Teil: nämlich unsere politische Exekutive. Aus diesem Grunde konnten wir die Resolution der Politischen Kommission, die wir in manchen Teilen durchaus unterstützen, nicht akzeptieren, weil keine genügende Kritik der Exekutive in ihr zum Ausdruck kommt. Daher halben wir uns veranlaßt gesehen, Ihnen dieses Minoritätsvotum vorzulegen. Es ist kürzer als die allgemeine Resolution, aber wohl deutlicher und offener. Ich halte es für die beste Poltik, der Mandatarmacht von dieser tiefen Unzufriedenheit Kenntnis zu geben. Auch den letzten Passus der allgemeinen Resolution „der Kongreß drückt sein Vertrauen aus, daß die Exekutive energisch und ausdauernd all diese Forderungen vertreten und unsere Lebensinter- 364