Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 404)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6847-3482994- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
14. Sitzung: Bericht der Politischen Kommission des Mandates die Zuteilung von Staatsländereien und Landansiedlung auf Kegierungskosten. Die Kommission nimmt mit besonderer Befriedigung Kenntnis von der Informationsarbeit der Exekutive beim Völkerbund, wo eine offiziell anerkannte Vertretung unter der geschickten Leitung des Herrn Dr. Jacobson besteht. Wir begrüßen auch mit Genugtuung die Gründung von Pro Palästinakomitees in verschiedenen Zentren Europas. Wegen der Alijah, besonders im Zusammenhang mit den beunruhigenden Gerüchten, hatten wir eine spezielle Sitzung und werden laut Kongreßbeschluß noch eine gemeinsame Beratung mit der Immigrationskommission haben und uns erlauben* deren Beschlüsse dem Kongreß zu unterbreiten. In Bezug auf die Jewish Agency steht die überwiegende Mehrheit der Kommission auf dem Boden der Beschlüsse des 14. Kongresses. Alle Juden, die außerhalb der Zionistischen Organisation stehen und am Aufbau Palästinas sich zu beteiligen wünschen, können hierzu im Sinne und im Geiste des Mandates herangezogen werden. Wir verlangen, daß diese Grundlagen in der Agency-Konstitution verankert werden, besonders in Bezug auf die Sprache und Kultur Palästinas. Wir nehmen den Vertrag zwischen Präsident Dr. Weizmann und Herrn Louis Marshall zur Kenntnis. Wir fordern, daß auch in anderen jüdischen Gemeinschaften der Welt Vertretungen auf demokratischer Grundlage geschaffen werden sollen. Wegen der Einbürgerung in Palästina fordern wir mit Nachdruck, daß alle Juden, die darauf Anspruch erheben dürfen, ihrer Pflicht unverzüglich nachkommen. Gegen die Londoner Exekutive wurden keine direkten Beschwerden vorgebracht. Die Unzufriedenheit richtete sich eher gegen die Mandatarmacht als gegen die Exekutive. Ich erachte es als meine Pflicht, noch auf einen Zwischenfall zurückzukommen. Wie bekannt, war zum Vorsitzenden unserer Kommission Herr Dr. Stephen Wise gewählt worden. Infolge Meinungsverschiedenheiten innerhalb der amerikanischen Landsmannschaft und, wie es sich später herausstellte, einfach infolge eines bedauerlichen Mißverständnisses hat Herr Dr. Wise sein Mandat niedergelegt. Die Kommission faßte einstimmig den Beschluß, durch eine Delegation Herrn Dr. Wise zu ersuchen, seine Demission zurückzunehmen. Wir legen besonderen Wert darauf, daß gerade Dr. Wise als einflußreicher und hervorragender Amerikaner an der Spitze der politischen Kommission stehen soll. Leider war Herr Dr. Wise bereits abgereist. Wir sprechen von dieser hohen Stelle Herrn Dr. Wise den innigsten Dank für seine geschickte Lei- 362