Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 399)
- Language
- German, English, Hebrew
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Blumenfeld Vorhang, auf dem nationale Ideale aufgezeichnet waren, die an das neue Leben geknüpften Erwartungen nur undeutlich erkennbar sich regten. Und nun müssen wir diesen Aufgaben in einer Zeit gerecht werden, in denen wir mit der Palästina-Wirtschaft direkt zu tun haben. Sie verstehen, was das heißt, einen postassimilatorischen Zionismus schaffen, während wir mit der Palästina-Wirtschaft verknüpft sind, während wir ihre Krisen erleben und sogar bei uns sehen, daß die zionistische Welt den Zionismus mit der Wirtschaft in Palästina identifiziert. Es gibt aber keine Identität von zionistischer Bewegung und Palästina -W i r t s c h a f t, weder in einer Zeit der Krise, noch in einer Zeit guter Konjunktur. Es wäre wichtig, daß man sich gerade in dem Zeitpunkte einer guten Konjunktur darüber klar werde, daß die zionistische Bewegung wohl dazu da ist, um die jüdische Welt in Palästina zu schaffen, daß sie aber niemals identisch sein darf mit dieser Aktualität; daß im Gegenteil, an der zionistischen Idee gemessen, alles, was wir schaffen, eng und unzulänglich ist, daß die Notwendigkeit für die Kraftentfaltung und die Wirkung dieser Ideenwelt in jedem Augenblick gegeben ist und daß wir uns niemals darauf verlassen können, daß im Werden von Palästina der Erfolg allein für uns zeugt und er allein die jüdische Welt gewinnt. Denn was sind unsere Mittel? Unser Mittel war es einmal, Bannerträger zu sein, die Zauberformel in eine Welt zu schleudern, in der wir Kreise fanden, die dafür aufnahmefähig waren. Heute ist das stärkste Mittel unserer Wirkung Darlegung und Analyse. Die Zionisten müssen imstande sein, der jüdischen Welt einen Spiegel vorzuhalten. Sie müssen zeigen, daß ihr scheinbarer jüdischer Fortschritt, dieser Zusammenschluß, diese jüdische Gesellschaft nichts anderes ist als eine neue Banalisierung, daß diese ganze Art von Zusammenhang unwirklich und schattenhaft ist. In dieser jüdischen Welt, die man hier aufbaut, muß Konven- 357