Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 400)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6843-3482990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
14. Sitzung: Referat über Zionismus und jüd. Gegenwart tion herrschen. Eine wirkliche Darlegung, eine echte Analyse, die wir unseren Propagandisten beibringen müssen, kann neue Kreise zu uns führen, und zwar die wichtigsten, jene jüdischen Menschen, die sich zwingend einfügen müssen in unser Reich. Da haben wir alle viel zu lernen, auf der linken Seite, aber vielmehr noch auf der anderen Seite des Hauses. Denn die meisten begnügen sich damit, was ihre zionistischen Erlebnisse vor zehn Jahren, vor zwanzig oder dreißig Jahren waren, und fühlen niemals, daß sie in jedem Jahre einer neuen Situation durch geistige Arbeit gerecht zu werden haben. In Palästina stehen sich naturgemäß verschiedene Schichten gegenüber. In der jüdischen Welt, die wir zu erobern haben, können wir nicht dieselbe Fosrm der Differenzierung mechanisch übernehmen. Es wird auch hier selbstverständlich schwerwiegende Unterschiede geben. Aber in dieser Welt brauchen wir eine einheitliche Front, die Front der ganzen zionistischen Bewegung. Und diejenigen, die sich mit der Darlegung und Analyse beschäftigen, werden sehen, daß diese Front gegeben ist, trotz ideologischer Verschiedenheit, trotzdem die einzelnen Wortführer aufs verschiedenste argumentieren. Der Rohstoff ist undifferenziert. Das System unserer Ideologie ist nicht nur ein dialektisches; denn eine Bewegung von Menschen ist unbeweisbar. Es gibt keine Möglichkeit, im Reiche der Dialektik etwas zwingend zu beweisen. Alle unsere rationalen Versuche sind nötig und wichtig, um diejenigen zu uns zu führen, in denen das gleiche Irrationale lebt wie in uns. Und nur die können das, in denen wirklich diese irrationalen Kräfte liegen. . Der Zionismus war immer eine verkappte Religion, eine von Gläubigkeit getragene Bewegung. Und er kann auch heute seinen Weg nur gehen, wenn er sich nicht in Beweisen erschöpft. Weder politische noch wirtschaftliche Argumente reichen dazu aus. Wir müssen uns die 358