Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 398)
- Language
- German, English, Hebrew
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14. Sitzung: Referat über Zionismus und jüd. Gegenwart wir, wie ich bereits sagte, eingegliedert in die große Phalanx der um Befreiung kämpfenden Nationen. Diese Nationen haben großenteils ihre Ziele erreicht. Heutzutage sind wir eingegliedert in den Kreis der Minoritäten und nicht mehr der ganzen Nationen, die um ihre Freiheit kämpfen. Diese Minoritäten bilden fast alle im Gegensatz zu uns eine Irredenta in irgend einem Sinne. Sie haben irgendwo Anlehnung und Anschluß an ein ganzes nationales Leben. Unsere Situation innerhalb dieses Kreises ist ungünstiger als früher, wo uns eine nationale Welle trüg und mit uns eine Fülle von Nationen um ihre Befreiung kämpfte. Nächste Aufgaben. Ein Weiteres! Wir kämpften damals um vorletzte Dinge, nicht um „letzte". Unser Programm, auch unser bestes Programm, ist doch in Wahrheit, zionistisch gesehen, ein vorletztes und kein letztes, eine Voraussetzung für die Erfüllung unserer Hoffnungen auf Erneuerung des jüdischen Lebens, des jüdischen Menschen, der jüdischen Art. Früher, im Anfang, reichte die Formel aus. Man brauchte diese primitive Formel nicht weiter zu interpretieren; denn sie wurde getragen von einer großen, reich ausgestatteten Weltwelle, innerhalb deren wir lebten. Heute, wo diese Zauberformel nicht mehr in diesem Maße wirken kann, ist es selbstverständlich, daß wir uns in unserer zionistischen Arbeit nicht mit den vorletzten Dingen begnügen können, sondern uns auch mit den letzten befassen müssen. Das heißt: das, was früher als radikal erschien, erscheint uns heute oft unwesentlich und unerheblich, und manche, die sich radikal nennen, machen einen anachronistischen Eindruck, weil wir inzwischen viel radikaler geworden sind, weil wir alles, was wir politisch erreichen können, unmittelbar mit Leben erfüllen müssen; weil wir einst im Herzen verborgene geheime Hoffnungen heute viel deutlicher und unverhüllter tragen müssen als in den ersten Zeiten, wo hinter einem großen Schleier, gleichsam hinter einem 3%