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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 351

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 351 (sequence 393)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Blumenfeld schon in dem letzten Jahre vor dem Kriege, einer neuen Situation in der jüdischen Welt gegenüberstand. Er konnte in gewissen Ländern einen gewaltigen Erfolg buchen. Im Jahre 1897 gab es Zionisten und Assimilanten. Schon im Jahre 1914 lag es anders. Allmählich hatten sich zionistische Begriffe und Vorstellungen durchgesetzt: Nichtzionisten begannen zu behaupten, daß sie gute Juden, daß sie stolz auf ihr Judentum sind. Und diese Wandlung, an der der Zionismus erheblichen Anteil hat, war von einer Aenderung der soziologischen Struktur der Juden in westlichen Ländern begleitet. Die Assimilation des 19. Jahrhunderts war verbunden mit echten idealistischen Tendenzen. Die Hoffnung auf den Sieg eines wahren Liberalismus beherrschte jene erste Generation assimilatorischer Juden; man glaubte, eins werden zu können mit der Umgebung, um dann, ununterschieden von anderen, gewisse jüdische Ideen in allgemeiner Form in der Welt verwirklichen zu können. Die große antisemitische Gegenbewegung brachte vor allem in westlichen Ländern, aber nicht nur in ihnen, eine völlige Aenderung in den Beziehungen der Juden. Ein wesentliches Ziel dieser antisemitischen Weltwelle, die etwa im Jahre 1879 einsetzte, war die gesellschaftliche Isolierung der Juden. Dieses Ziel war nach einigen Jahrzehnten erreicht, und zwar mit Zustimmung der Juden. Die Juden fanden sich damit aby daß sie unter sich lebten. Und dieser Zwang des gesellschaftlichen Zusammenlebens, der ebenso Westeuropa wie Amerika charakterisiert, schuf eine veränderte Haltung der Juden gegenüber ihrem Judentum. Diese Entwicklung wurde besonders deutlich nach' dem Kriege. Gallith und Palästina. Der Gedanke der Galuthverneinung begann in zionistischen Kreisen seinen eigentlichen Sinn zu verlieren, als unsere Siedlungsarbeit in Palästina nach dem Krieg deutlich machte, daß die Zahl der Immigranten im Vergleich zur Gesamtzahl des jüdischen Volkes nur gering 351

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