Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 355)
- Language
- German, English, Hebrew
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Tiomkin, Usiel Rabbi Benzion M. Usiel (A. C, Misrachi — hebräisch): Ich bitte um das Wort, obgleich ich den Anträgen der Immigrationskommission nicht widersprechen will. Ich kann mich daher kurz fassen. Als ich ans Palästina nach Europa reiste, wurde ich von der „Hitachduth olamith schel hasfaradim", der Weltorganisation der Sephardim, beauftragt, dem Kongreß ihre Glückwünsche zu übermitteln. Ich benütze die Gelegenheit, um diesen Auftrag zu erfüllen. Wir wünschen, daß dieser Kongreß dem jüdischen Volke und dem jüdischen Lande die Erlösung bringen möge. Ich bedaure nur lebhaft und protestiere dagegen, daß unsere nationale Sprache auf diesem Kongreß nicht genügend zur Geltung kommt. Ich habe auch den vierzehnten Kongreß besucht, es ist aber merkwürdig und bedauerlich, daß hier viel weniger hebräisch gesprochen wird als damals. Ich muß ferner die Aufmerksamkeit des Kongresses auf die Frage der Einwanderung von Sephardim lenken. In den letzten Jahren der starken Alijah kamen unter der großen Zahl der Einwanderer nur 17.000 Sephardim ins Land. Die Zahl jener aber, die nach Palästina übersiedeln wollen, ist bedeutend höher. Wir müssen ihnen die Möglichkeit geben, nach Palästina zu kommen und sich am Aufbau des Landes zu beteiligen. Besonders für die Städte wäre die Ansiedlung der Sephardim, die ja zum großen Teil arabisch sprechen, von Wichtigkeit. In Bagdad, Marokko und Tripolis warten große Massen nur auf die Möglichkeit zur Alijah. Dieses Element ist für die städtische und die ländliche Kolonisation in Palästina am besten geeignet. Ich schlage vor, daß in Beirut ein Palästina-Amt gegründet werden soll, das diesen Einwanderern die Alijah ermöglicht. Ferner will ich die Aufmerksamkeit des Kongresses und der Immigrationskommission auf die allgemeine Alijah aus allen Teilen des Galuth lenken und verlange, daß man den Misrachi-Chaluzim mit derselben Liebe und Freundschaft entgegenkomme wie den andern Ghaluzim. Man wird dann keine Klagen mehr von da oder dort oder seitens des Misrachi über ungerechte Behandlung der Eechte der ankommenden Pioniere hören. Jeder Jude, der nach Erez Israel kommt, soll Hilfe und Sorgfalt in des Wortes voller Bedeutung genießen. Es ist notwendig, daß ein freundschaftliches Verhältnis zu den Siedlern des Mittelstandes bestehe, um ihnen mit Hilfe einer speziellen Kommission von bereits Ansässigen die Möglichkeit der Ansiedlung in Erez Israel zu zeigen. Zum Schlüsse möchte ich den Wunsch aussprechen, daß unsere Einwanderung so sei, daß niemals eine Eückwanderung 313