Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 354)
- Language
- German, English, Hebrew
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IL Sitzung: Bericht der Irnmigrationskommission stens zeitweilig der Idee der Einwanderung entsagen, was natürlich auf unsere großen Fonds einen ungünstigen Einfluß ausüben könnte. Andererseits haben wir auch kein Eecht, den Zusammenhang zwischen Galuth und Palästina selbst zu zerstören. Mag der Zufluß nach Palästina auch noch so klein sein, er muß erhalten werden wenigstens als Symbol und Hoffnung. Die Kommission hat alle Einzelheiten der Frage studiert, alle Angaben der Beamten, die Zahl der Beamten, die Zahl der bestehenden Aemter nachgeprüft. Sie hat auch versucht, ein Maximum der Löhne und Gehälter für die Diaspora und für Palästina festzustellen. Für die Diaspora ist es ihr gelungen, in Palästina aber hat sie schon eine bestehende Skala vorgefunden und konnte hier nur die Anzahl der Beamten und Aemter vermindern sowie einige Ausgabeposten streichen. Als Ergebnis ist es uns gelungen, das ganze Budget des Alijäh-Departements in das Prokrustesbett hineinzuzwängen, welches von der heutigen Lage geschaffen wurde, in der Hoffnung, daß vielleicht einmal, unter besseren inneren und äußeren Umständen, die Zukunft uns wieder vor neue Möglichkeiten stellen wird. Dabei durfte die Kommission nicht vergessen, daß die Hachscharah-Arbeit auch unter den heutigen Bedingungen mit allen Kräften unterstützt werden sollte, damit wir wenigstens für die erhoffte bessere Zukunft geeignete Kräfte ausbilden. Wir machen den hohen Kongreß darauf aufmerksam, daß die Finanzabteilung der palästinensischen Exekutive, obwohl sie die Gehälter ihrer Beamten voll bezahlte, es doch unmöglich gefunden hat, die Hachscharahsummen auszuzahlen. Ebenso muß ich bemerken, daß für die russische Hachscharah nichts ausgezahlt wurde unter dem Vorwande, daß unsere Kasse keine Einkünfte aus Rußland hat. Ich verwahre mich gegen dieses Argument, welches besonders in diesem Augenblick grausam und unangenehm klingt. Die Kommission hat es daher für notwendig gefunden, den Kongreß zu bitten, daß dieser Budgetposten als ein bevorzugter betrachtet werde und vor allen anderen zur Auszahlung gelange. Es ist auch meine Pflicht, im Namen der Kommission bei dieser Gelegenheit jenen tapferen Zionisten unsere Sympathie und Bewunderung auszudrücken, die in bitterer Verbannung die Treue zu unserem Ideal wahren und eher auf ihr junges Leben als auf diese Treue verzichten. Sie sind würdige Nachfolger desjenigen russischen Judentums, welches vom Anfang an und noch bis vor kurzem als Hauptträger der Bewegung, als Hauptquelle ihrer materiellen und geistigen Kräfte dastand. Ich bitte Sie, die Anträge der Kommission anzunehmen. 312