Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 346)
- Language
- German, English, Hebrew
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10. Sitzung: Keren Hajessod-Debatte um das Gefühl der Verantwortlichkeit für Volk und Tradition zu wecken. Wenn die Arbeiter fähig sind, schwere Arbeit de& Aufbaus zu leisten, warum sollten sie nicht im Stande sein, sieh der wahrhaftig nicht so schweren Aufgabe der Beachtung der religiösen Vorschriften zu unterziehen? Niemand zweifelt daran, daß Palästina allen ahne Unterschied gleich teuer ist.. Ich sage Ihnen weiter, wir Kabbanim sprechen nicht als Vertreter einer Partei, wir sprechen im Namen des ganzen jüdischen Volkes. Ich spreche nun von dem ersten, ursprünglichen Plan bei der Gründung unserer Fonds. Wir hatten unsere Hoffnung auf die großen Kapitalisten gesetzt; Erez Israel kann aber nicht durch einzelne Personen, durch große Herren und ihre Gelder, aufgebaut werden. Es kann nur aufgebaut werden durch das ganze jüdische Volk, die großen jüdischen Massen der verschiedenen Stände. Wenn wir wollen, daß der Keren Hajessod besser arbeite und daß er im jüdischen Volke Wurzel fasse, müssen wir die Zionisten erziehen, daß jeder einzelne seine Pflicht erfülle. Keren Hajessod ist keine Nedawah. Es ist Pflicht eines jeden Juden, der sein Volk, die Thor ah und Erez Israel liebt, für den Keren Hajessod seinen Verhältnissen entsprechend zu geben. Auf dem Kongreß herrscht eine gewisse Apathie. Man sieht mit Verzweiflung in die Zukunft. Wenn das nicht aufhört, dann wird für die Bewegung eine gewaltige Krise kommen. Wir dürfen nicht verzweifeln, wir haben schlimmere Zeiten durchgemacht. Wenn wir uns entschließen zu arbeiten, dann werden wir große Erfolge haben. Palästina wird aufgebaut werden. Es ist nicht möglich, daß alle einer Meinung sind, aber hinsichtlich der Arbeit müssen wir alle vereinigt sein und alle gleich arbeiten. Del. Dr. Gur Ar je Terlo (Westgalizien, Hitachduth — jüdisch): Während des ganzen Kongresses beschäftigt man sich mit hoher Politik und auch bei der Aussprache über die Fonds hat man Politik getrieben. Jeder Delegierte ist bei sich zu Hause ein guter Wirt, sein Budget besteht aus Einnahmen und Ausgaben, wenn aber dreihundert Delegierte, alle vernünftige Menschen, zusammenkommen, entsteht ein unvernünftiger Zustand, indem man nur von den Ausgaben spricht und gar nicht von den Einnahmen. Es herrscht in den großen Zentren des Judentums eine verzweifelte Stimmung. Man hat die Hände sinken lassen. Von diesem Kongreß sollte an das ganze Volk ein mächtiges Wort ausgehen. Man schreibt den Mißerfolg unserer Arbeit den verschiedensten Umständen zur der oder jener Seite der Politik, der Wirtschaft in Palästina, 304