Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 347)
- Language
- German, English, Hebrew
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Yoffey, Terlo, Ben-Zwi-Janait der Jewish Agency usw. Die breiten Massen des Volkes kümmern sich um diese Dinge eigentlich nur wenig, sie haben Vertrauen zu ihren Führern. Wir jedoch haben das Vertrauen zu unserer Kraft verloren. Die Führer müssen Optimismus besitzen, um richtig zu wirken. Wir müssen mit der großen Forderung zu den Massen kommen, und alle müssen sich in der Arbeit vereinigen. In erster Linie müssen die Delegierten des Kongresses ihre Pflicht dem Keren Hajessod gegenüber erfüllen. Vor den Wahlen hat man eine Untersuchung darüber angestellt, ob die zu Wählenden ihre Beiträge richtig geleistet haben. Es gibt Leute, die erst am letzten Tag vor den Wahlen gezahlt haben. Nicht der Schekel gibt das Eecht, auf dem Kongreß zu sein, sondern die Hingabe an das Zionistische Ideal. Die Delegierten müssen die ersten sein, die ihren Maaßer bezahlen. Wenn die Mitglieder des Kongresses ein gutes Beispiel geben, dann werden sie den anderen den Weg zum Aufbau Palästinas zeigen. Del. Mrs. Kachel Ben-Zwi-Janait (Amerika, Poale Zion — hebräisch): Womit werden wir nach Palästina zurückkehren, wenn wir den Kongreß verlassen werden? Diese Frage muß den Kongreß die ganze Zeit über, jeden Augenblick beschäftigen, nicht nur zur Zeit der feierlichen Proklamationen. Der Arbeiter und die Arbeiterin, die heute arbeitslos sind, gaben ihre letzten Pfennige hin, um den Schekel zu kaufen, die Augen von ganz Palästina sind auf den Kongreß gerichtet — und dieser Kongreß hat keinen Blick für die palästinensische Wirklichkeit. Not und Hunger herrsehen in Palästina, aber die wirkliche Krise liegt im Zionismus überhaupt, im Mangel an Glauben an die eigene Kraft des jüdischen Volkes. Der Kongreß kann ja sogar die Bedeutung der augenblicklichen Lage im Lande nicht genügend einschätzen. Sogar die Außenwelt schreibt dem neuen Palästina größere Bedeutung zu als gewisse Kreise auf diesem Kongreß. Anstatt über die Lage im Lande zu sprechen, sich mit dem Problem der Arbeitslosigkeit zu beschäftigen, kommen von Eechts und vom Misrachi Beschuldigungen aller Art gegen die Arbeiter in Palästina. Es ist nicht genug, daß die Arbeiterorganisation dem Misrachi-Arbeiter in den Institutionen der Organisation Konzessionen gemacht hat, z. B. eine koschere Küche im Sanatorium u. dgl. — sie kommen und wollen die Freiheit des Gewissens unterbinden. Das wird in Palästina nie geschehen! Wir werden nicht gestatten, daß man die freie Meinung unterdrücke. Anstatt über die brennenden Fragen des Landes zu sprechen, beschäftigt man sich hier mit Kleinigkeiten. Man fürchtet die Kraft 20 305