Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 300

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 300 (sequence 342)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476284--6785-3482932
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

9. Sitzung: Keren Hajessod-Debatte Palästina auf Grund der Thorah aufgebaut werden solle, ein „Ammenmärchen" wäre. Wenn nicht die „Ammenmärchen" wären, so gäbe es keinen Zionismus, so sässet Ihr nicht als Poale Zion hier in diesem Saale, sondern Ihr hättet Euch gänzlich mit den andern Völkern vermischt. Schön sagte Achad Haam, daß der Sabbath Israel mehr behütet hat als Israel den Sabbath. Und das nennt Ihr „Ammenmärchen"! Wir kennen unsere Verpflichtung zur Erlösung von Erez Israel, aber wir werden niemals zugeben, daß wir durch die Erlösung von Erez Israel ein „Am Haarez" werden; wir sind ein Volk des Buches und müssen ein Volk des Buches bleiben. Wir wollen die Erlösung von Erez Israel, aber wir werden nicht erlauben, daß auf diese Weise unsere Seele und unser Geist verunreinigt werden. Der Misrachi hat keinen Parteiehrgeiz, er hat kein Verlangen nach Sieg, trotz der glänzenden Wahlaktion vor dem Kongreß. Nur die Wahrheit leuchtet ihm, welche den ganzen Zionismus zu vollem Triumph führen wird. (Beifall.) Del. Abraham Harzfeld (Palästina, Achduth awodah — jüdisch): Wenn wir von der Keren Hajessod-Arbeit sprechen, so wissen wir, daß es unter uns sowohl solche gibt, die die Leistungsmögliohkeiten dieses Fonds überschätzt, als auch solche, die sie unterschätzt haben. Die Zeit ist zu kurz, um über diese Arbeit eingehend zu sprechen. Wir müssen aber bei dieser Gelegenheit eines betonen: die Exekutive hat diesem Fonds nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt und die Gefahr, die ihm droht, nicht rechtzeitig bemerkt. Es besteht eine Gefahr, daß die Einkünfte des Keren Hajessod von Jahr zu Jahr kleiner werden und daß er nicht das Instrument sein wird, mit dem der Aufbau Palästinas vollzogen wird. Wir wissen, daß die Verantwortung dafür auf uns allen liegt. Die Fehler des Direktoriums und seiner Mitglieder sind aber nicht zu verkennen. Ein großer Teil der Gelder wurde nicht für produktive Arbeit, sondern für bloße Unterstützung verwendet, die die Arbeitslosen zu Bettlern degradiert hat. Man spricht nicht von einer Wanderung, von einer Hebung der Ali j ah, sondern von einer Auswanderung und Einschränkung. Es besteht auch die Gefahr, daß an die Spitze unserer Institutionen Männer gestellt werden, die dem Judentum überhaupt und unserer Arbeit insbesondere fernstehen. Je ferner, desto besser für die Institution. Glauben Sie, daß diese Leute den Weg zur Seele unseres Volkes finden werden? Im Namen nicht eines erst in der Idee erträumten, sondern des wirklich lebenden Palästina erkläre ich, daß wir diese Tribüne nicht verlassen werden, 300

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.