Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 341)
- Language
- German, English, Hebrew
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Amiel heute die lebendigen Gottesworte klingen: „Erlösung gebt dem Lande" — „Und das Land wird niemals ganz verkauft werden"; Worte, in deren Sinn die beiden Fonds gegründet wurden. Es ist genug gesagt, wenn man in Amerika zum Beispiel sieht, daß die stärkste Propaganda für den Keren Hajessod in den Bethäusern durch Kabbiner gemacht wird. Mit Eecht hat sich ein Bedner des linken Flügels darüber beklagt, daß man auch in die Fonds Fraktionspolitik hineingetragen hat. Wenigstens in den Fonds sollte Einigkeit bestehen. Wenn eine Differenz zwischen uns besteht, so betrifft sie zionistische Fragen, aber die Fonds müssen über den Fraktionen stehen. In dieser Sache stimmen wir gänzlich überein. Beachten wir aber, wer der Störende in dieser notwendigen Einheit ist. Wir oder Ihr Linken? Nur Ihr seid es doch, Ihr Linken, durch Eure Taten verspottet Ihr das Heiligste unserer Nation. Bekannt ist das Ereignis anläßlich des Schewuoth- Festes in En Charod, die öffentliche Uebertretung des Sabbaths, die nicht rituellen Gemeinschaftsküchen, und all das auf dem Boden des Keren Kajemeth und mit den Mitteln des Keren Hajessod. Nur Ihr seid die Störer der Einigkeit auch in diesen Fonds, welche dem ganzen Volke heilig sein müßten. Ihr werdet doch selbst zugeben, daß es uns auf keinen Fall möglich ist, Euren Taten zuzustimmen; aber nach Euren „Prinzipien" war es Euch möglich, unsere Gefühle öffentlich zu verspotten. Euch ist es doch möglich, Euch einer rituellen Küche zu bedienen, umsomehr als Ihr doch gut versteht, daß es uns auf keinen Fall möglich ist, uns der nichtrituellen Küche zu bedienen. Wer stört also die Einigkeit? Wir oder Ihr? Und überhaupt, wenn Ihr uns „extreme Bechte" nennt, so irrt Ihr Euch; denn Menschen, die sich auf die Thorah stützen, können nicht extrem sein, — weil die Thorah in ihrem Wesen weit von Extremen entfernt ist. Jedes Gesetz der Thorah ist ein „goldener Mittelweg", wie es Bamham richtig nennt. Ihr sagt, daß wir gegen Euch Zwang üben wollen; aber warum soll unser Sabbath nicht die gleiche Bedeutung haben wie Euer Sonntag? In jedem Staat ist doch ein Gesetz durchgeführt, das die Sonntagsruhe anordnet, weil es zum allgemeinen Wohle beiträgt. Der Einzelne muß sich dem Gesetze unterordnen. Und für Euch besteht doch kein stärkerer Zwang als dieser, daß nämlich die Orthodoxie sich mit ihrem Gelde an den Fonds beteiligen will. Palästina ist uns teuer, aber in nicht geringerem Maße ist uns auch die Thorah teuer. „Ammenmärchen" sagt ein Redner, der allen Forderungen des Misrachi das Schlagwort ^Einigkeit" entgegengesetzt hat, als ob die Forderung, daß 299