Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 340)
- Language
- German, English, Hebrew
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9. Sitzung: Heren Hajessod-Debatte rität des Kongresses, setzen Sie Ihre eigene Autorität eint Dann führen wir alle in gemeinsamer Anstrengung den Keren Hajessod zu neuen Erfolgen, dann bauen wir das Haus des jüdischen Volkes in Palästina. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender: Ich eröffne nunmehr die Debatte über das Keren Hajessod-Keferat. Del. Rabbi M. A. Amiel (Misrachi — jüdisch): Wir haben hier sehr interessante Eeferate über Keren Kajemeth und Keren Hajessod gehört. Diese Fonds feierten dieses Jahr ihre Feste, der Keren Kajemeth Leisrael die Jubiläumsfeier anläßlich seines fünfundzwanzigjährigen Bestandes und der Keren Hajessod eine Feier anläßlich des siebenjährigen Bestandes, des Schmittah-Jahres. Diese zwei Fonds haben also dieses Jahr Festtage. Aber leider stimmt der Eechenschaftsbericht nicht recht zu einer Feier, insbesondere nicht beim Keren Hajessod. Als man vor sieben Jahren den Keren Hajessod proklamierte, tat man es auf Grund des Maaßer; jetzt aber hat man sich daran gewöhnt, Spenden zu nehmen, und auch dies gelingt nur in einem von fünfzig Fällen. Damals schien es uns sicher, daß wir jedes Jahr fünf Millionen Pfund sammeln würden, und am Ende, nach einer vollen Schmittah, haben wir nicht mehr als drei Millionen gesammelt. Wo liegt der Grund hiefür? Herr Dr. Hantke sagt richtig, daß die Zeiten sich geändert haben; während früher die Zionisten Propaganda für den Aufbau machten, muß man heute umgekehrt bei den Zionisten Propaganda machen. Ich habe heute noch eine andere Wahrheit vom zweiten Direktor des Keren Hajessod, Herrn Leib Jaffe, gehört, daß er nämlich aus Erfahrung weiß, daß an Orten, an denen viele Zionisten wohnen, die Spenden für den Keren Hajessod kleiner sind, hingegen bessere und größere Erfolge dort erzielt werden, wo die Zahl der Zionisten kleiner ist. Das gibt uns Grund zum Nachdenken über das Wesen unseres Zionismus. Wir müssen die Wahrheit aussprechen, daß keine einzige Gruppe im Judentum ihre Pflicht gegenüber dem Keren Hajessod so erfüllt hat, wie es sich gehört, auch die Orthodoxen nicht. Aber niemand wird wohl leugnen, daß die Orthodoxen ihre Pflicht verhältnismäßig gut erfüllt haben, in höherem Maße als andere Gruppen, weil in unseren Ohren vom Tage, da wir auf dem Berge Sinai standen, bis 298