Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 304)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft früher her in den Grundbüchern der Regierung nur mit 40 bis 50 Piaster pro Dunam eingetragen ist und in der Hand des arabischen Eigentümers nur von diesem Wert den Werko bezahlt, wird, sobald wir ihn mit 3 Pfund pro Dunam kaufen, mit diesem Wert im Grundbuch registriert und muß dann auch von diesem Wert die Grundsteuer zahlen. Es ist schlimm genug, daß wir so hohe Bodenpreise zahlen müssen, aber es ist ungerecht, daß die Regierung noch ihrerseits hiervon einen Vorteil zieht. Sie dürfte den Boden stets nur zu seinem wirklichen Werte ansetzen. Bei der Notwendigkeit, für neue Einwanderer Häuser zu bauen, ist es auch eine durchaus berechtigte Forderung, daß die Regierung, wie es in vielen anderen Ländern zur Linderung der Wohnungsnot geschieht, neue Bauten für eine Reihe von Jahren von jeder Steuer befreit. Ebenso sollten zur Förderung der Industrie neue Fabrikgebäude für die ersten 10 bis 15 Jahre keine Steuer eu zahlen haben. Besonderen Wert lege ich darauf, daß die Regierung uns ihre Arme bei der Organisation des landwirtschaftlichen Kreditwesens leiht. In sehr vielen Ländern und sogar in vielen englischen Dominions gibt die Regierung entweder selbst Darlehen für Amelioration oder landwirtschaftliche Ansiedlung oder hilft privaten Ansiedlungsgesellschaften durch ihre Garantie. Wenn wir in Palästina das nicht für eine jüdische Siedlungsgesellschaft erlangen können, so müssen wir wenigstens verlangen, daß die Regierung die Rückzahlung, welche die Siedler an die jüdischen Siedlungsgesellschaften zu leisten haben, wie eine öffentliche Steuer behandelt und sie, mit Vorrang vor allen sonstigen Gläubigern, wie eine Steuer von den Siedlern einzieht. Bei einer solchen Hilfe der Regierung besteht für uns eine viel größere Aussicht, daß die Siedlungsgesellschaft von außen her eine Anleihe bekommt. In Bezug auf die Bereitstellung von Staatstände r e i e n hat die Regierung bisher so gut wie nichts 262