Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 293)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6736-3482883- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ruppin zeitliches Vorhergehen und schließt die nachfolgende mittelständische Kolonisation nicht ans, sondern macht sie im Gegenteil in vielen Fällen erst möglich. Für gerechte Einschätzung des Geleisteten. Obwohl ich an der Gestaltung des zionistischen Sied- Jungswerkes mitbeteiligt war, glaube ich berechtigt zu sein, über dieses Siedlungswerk ein objektives Urteil zu fällen. Es sind sicher in den einzelnen Wirtschaften Fehler gemacht worden, wie das unvermeidlich ist, wenn man mit so vielen neuen Menschengruppen und unter ungenügend bekannten lokalen Bedingungen arbeitet. Aber im Prinzip kann man unser Suchen nach dem richtigen Weg in der Kolonisation, das sich durch unsere ganze, übrigens sehr kurze, Vorbereitungsperiode hinzieht, so wenig als fehlerhaft bezeichnen, wie man bei einem Chemiker, der in seinem Laboratorium viele Versuche macht, um zu einem Resultat zu kommen, die abwegigen Versuche als Fehler bezeichnen kann. Sie sind für ihn ebenso viele Richtungspunkte, um den Weg zum endlichen positiven Erfolg zu finden. Ich sage nicht, daß unser Weg uns bereits zum Gipfel geführt hat, aber Betriebe wie Nahalal oder Kfaa* Jecheskiel oder Daganiah oder Gewa bedeuten eine weit höhere Stufe in der Entwicklung, als wir sie im Beginn unserer Arbeit vorgefunden haben. Es ist leicht, einer der Neunmalweisen zu sein und a tergo in Kenntnis aller bisherigen Versuche zu verkünden, wie man alles hätte machen müssen. Diese Weisen hätten ihre Weisheit uns am Beginn verkünden müssen, als die Kenntnis, die uns erst durch unsere Arbeit offenbar wurde, noch im Schöße der Zeiten schlummerte. Würde ich heute einen Bericht über die Kolonisation in Griechenland zu schreiben haben, so würde es mir ein leichtes sein, dort Fehler (aufzuweisen; aber solch ein Bericht würde gar keinen Wert haben, weil er a tergo geschrieben ist und mit Kenntnissen operiert, die erst durch die Arbeit selbst gewonnen wurden. 251