Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 292)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6735-3482882- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
8. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft Erfolg des Siedlers sind? Wir können mit den Rezepten in vielen Fällen nicht mehr anfangen als der arme Mann mit dem Kochbuch des Reichen. Ich wende mich mit aller Entschiedenheit gegen den Vorwurf, daß die Zionistische Exekutive bisher nur für die Arbeiter gesorgt und den Mittelstand vernachlässigt hat. Ich kann von mir selbst sagen, daß meine erste Tat in Palästina im Jahre 1907 mein Ersuchen an den Nationalfonds war, für den jüdischen Mittelstand in Jaffa die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, um ein eigenes Stadtviertel neben Jaffa zu bauen. Das war der Anfang von Tel Awiw. Und dem Ausbau von Tel Awlw hat noch in vielen folgenden Jahren meine Arbeit gegolten. Das Palästina-Industriesyndikat, die Immobiliengesellschaft „Palästina41, die Gründung von Achusoth, die Gründung von Stadtvierteln bei Haifa und Jerusalem, wem anders galten sie als dem Mittelstande? Als ich vor drei und vier Jahren in Amerika war, galt meine Arbeit ausschließlich der Gründung einer Investment Corporation, die doch, wie Sie verstehen, den Interessen des Mittelstandes und der Kapitalisten zugutekommen sollte. Es wird, weil man immer nur auf die Aufwendungen aus dem Keren Hajessod für die Kolonisation der Chaluzim starrt, vergessen, daß gleichzeitig aus den Mitteln zionistischer Institute z. B. der General Mortgage Bank of Palestine, der Anglo-Palestine Company, des Jewish Colonial Trust, sehr beträchtliche Summen ausschließlich für den Mittelstand aufgewendet worden sind. Ich will nicht das eine mit dem anderen ziffernmäßig vergleichen, weil es mir nicht darauf ankommt, die Gegensätze zu schüren, sondern sie zu überwinden. Es scheint, daß man bei uns nicht versteht, daß ein Vater imstande ist, ein Kind zu lieben, ohne das andere zurückzusetzen, daß er beide mit gleicher Liebe umfassen kan. Es ist nicht willkürliche Bevorzugung, sondern eine aus den Verhältnissen der Pionierperiode hervorgegangene Notwendigkeit, daß in der Landwirtschaft zunächst die Arbeiterkolonisation ihren Platz fand. Aber dieser Vorrang bedeutet nur ein 250