Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 294)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft Dieses falsche „Hysteron proteron" ist es, das in so vielen Fällen das Urteil der Kritiker ungerecht imacht. Es gibt in der landwirtschaftlichen Kolonisation kein ewiges System; neue Bedingungen im Absatz oder in der Finanzierung oder in der Zusammensetzung unseres Menschenmaterials werden auch eine Revision unseres Systems mit sich bringen. Wir waren bisher in der Periode der Pionierarbeit und der Spendenfonds. Wir sind jetzt in einer Uebergangszeit zur normalen Arbeit und zum Leihkapital. Dementsprechend werden wir auch in der Beurteilung unseres Betriebes mehr und mehr den Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit und Rentabilität betonen müssen. Aber das darf uns nicht die Kenntnis verschließen, daß nur durch die vorhergegangene Pionierperiode mit ihrem Enthusiasmus und ihrem Suchen nach neuen sozialen und technischen Formen eine neue Periode normaler und auf Rentabilität gerichteter Arbeit erreicht werden konnte. Ich kann wegen der Kürze der Zeit wie über die Landwirtschaft so auch in bezug auf die Industrie nur in Schlagworten reden. Für Industrie und Handwerk. Meines Erachtens ist der einzige Weg, wie die Zionistische Organisation der Industrie und dem Handwerk helfen kann, die Schaffung von langfristigen Krediten, die bisher in Palästina so gut wie ganz fehlen. Ueber die Aussichten der Industrie in Palästina werden wir auf dem Wege theoretischer Erwägungen nicht zu sicheren Schlüssen kommen. Noch viel weniger als bei der Landwirtschaft kann man bei der Industrie schwimmen lernen, ohne sich ins Wasser zu wagen. Wir müssen von vornherein der Möglichkeit ins Auge sehen, daß nicht alle industriellen Unternehmungen in Palästina Erfolg haben werden. Aber wenn wir nicht auch das Risiko eines Mißerfolges auf uns nehmen werden, können wir nie zu einem Erfolg kommen. Ich habe bereits auf den beiden vorher- 252