Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 291)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ruppin auf den Orangenbau wieder zuversichtlich, geworden. Die Unterbindung der Absatzmärkte im Kriege, die Heuschreckenplage und andere Schwierigkeiten hatten noch vor 6 bis 7 Jahren die Orangenpflanzungen so in Verruf gebracht, daß z. B. eine der schönsten jüdischen Orangenpflanzungen im Jahre 1921 zu keinem Preise an Juden zu verkaufen war und schließlich in arabische Hände überging. Erst die letzten Jahre haben uns gezeigt, daß die Orange einen stabilen Markt hat und die Orangenpflanzung eine rentable Sache ist. Aber wenn wir nun den Versuch mit der Ansiedlung von Orangenpflanzern aus den mittelständischen Elementen machen und diesen Elementen ein relativ leichtes Leben schaffen wollen, so muß dieser Mittelstand auch wirklich wenigstens einige Mittel besitzen. Früher schien es schon ein Maximum, wenn wir den Siedlern die Hälfte des notwendigen Kapitals vorstrecken konnten. Ich glaube, wir werden darüber hinaus auf zwei Drittel oder sogar drei Viertel gehen müssen. Aber ein Minimum von einem Drittel müssen wir von den Siedlern selbst verlangen. Wenn Sie auch hierauf verzichten, so würde das heißen, daß Sie nicht das Kapital, sondern die Gesinnung des Mittelstandes nach Palästina importieren wollen, und dafür habe ich kein Verständnis. Ebensowenig wTie ich es für erlaubt halte, in unserer Kolonisation den Arbeiter zu bevorzugen, weil er eine proletarische Gesinnung hat, sondern verlange, daß man ihn nur nach seiner beruflichen Eignung beurteilt, ebenso kann für mich nicht die mittelständische Gesinnung eines Menschen der Anlaß sein, ihm den Vorzug vor anderen, nach Alter und Kraft besser geeigneten Kandidaten zu geben. Wenn ich sehe, wieviel Rezepte für die landwirtschaftliche Kolonisation gegeben werden, erinnere ich mich häufig des berühmten Rezeptes aus dem Kochbuch: „M an nehme etc."; aber woher nimmt man bei uns so leicht die wichtigsten Elemente der landwirtschaftlichen Kolonisation: bewässerten Boden, Geld, vorgebildete Siedler? Woher die tüchtigen Siedlerfrauen, die nach einem Bericht über die englische Kolonisation der Schlüssel zum 249