Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 239

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 239 (sequence 281)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476284--6724-3482871
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ruppin Arbeiterschaft abzuschießen glauben, kann sehr leicht auf die ganze zionistische Bewegung zurückfallen und sie zerstören. Wirtschaftliche Struktur der künftigen Judensiedlung. Ich komme nun zum zweiten Teil meiner Ausführungen, zu der Frage nach der wirtschaftlichen Struktur, die wir für die Juden in Palästina anstreben sollen. Die Eigenart unserer Aufgabe liegt darin, daß die Juden in Palästina sich nicht wie in den Galuthländern vorwiegend im Handel konzentrieren können, sondern daß sie alle Zweige, die zu einer gesunden Volkswirtschaft gehören, im richtigen Verhältnis besetzen müssen. In den Galuthländern sind die jüdischen Kaufleute, «auch wenn sie 50 Prozent aller jüdischen Erwerbstätigen ausmachen, doch nur wenige Prozent der Gesamtbevölkerung. In Palästina, wo die jüdischen Kaufleute fast nur auf den Handel mit Juden angewiesen sind, müßte ein so hoher Prozentsatz von Händlern unter ihnen zu einer Katastrophe führen. Unser„ Aufbauwerk gleicht dem Vormarsch einer Armee. Keine Truppengattung darf allein vorrücken. Nur im Zusammenhang mit den anderen Truppengattungen ist ihr Vorgehen möglich. Ohne den Schutz der schwelbeweglichen Artillerie sind Infanterie und Kavallerie ohnmächtig. Unsere Artillerie ist die Landwirtschaft. Sie bestimmt durch das Tempo ihres Vorrückens auch das aller unserer anderen Tätigkeitszweige. Mit einer gesunden Landwirtschaft als Basis werden sich auch Industrie, Handel und Bauwesen in den Städten entwickeln. Wenn wir uns ein Land zum Muster nehmen, das wie Dänemark oder die Schweiz durch den Mangel an Metallen und Kohle Palästina ähnlich ist, so finden wir in der Landwirtschaft 26 Prozent und 35 Prozent der Bevölkerung tätig. Mir scheint, daß ungefähr in dieser Proportion auch die Juden in Palästina in der Landwirtschaft vertreten sein müssen. Heute haben wir nur 15 Prozent, und diese Basis ist für unsere Wirtschaftspyramide zu schwach. 239

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.