Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 280)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft würde es für einen Fehler halten, wenn wir diese natürliche Evolution dadurch erschweren, daß wir uns jetzt auf eine feindliche Stellungnahme der Zionistischen Organisation zu den Arbeitern festlegen. Vergessen Sie doch nicht, daß seit der Zeit, da die ersten Pioniere ihren Fuß in den Emek setzten oder die Arbeiter die ersten öffentlichen Arbeiten übernahmen, kaum sechs Jahre verflossen sind! Was sind sechs Jahre in einem Werk von solcher Größe und solchen Schwierigkeiten? Ich glaube, der unparteiische Beobachter wird sich eher darüber wundern, daß die Arbeiter auf dem Wege zur Wirtschaftlichkeit schon so weit voran, als darüber, daß sie noch so weit zurück sind. Als ich im Jahre 1925 zum erstenmal den Plan einer Anleihe emstlich erwog, fuhr ich in unsere Emek-Siedlungen und sagte den Siedlern, daß ich keine Möglichkeit einer Anleihe zur Erweiterung unseres Siedlungswerkes sehe, so lange nicht die jetzigen Siedlungen Erträge abwerfen. Deshalb müsse in unseren Siedlungen jeder Mann sein Aeußerstes tun, um zur Rentabilität zu gelangen. Ich fand dafür überall offene Ohren und ehrlichen Willen. Das ist die Erziehung zur Wirtschaftlichkeit durch einen Appell an die Chaluziuth, an den Geist, der zu eigenen Opfern bereit ist, um den Weg für andere zu bahnen. Es ist sehr leicht, den Enthusiasmus, den wir zwanzig Jahre hindurch wie eine heilige Flamme gehütet haben, zu zerstören. Es ist unmöglich, ihn, wenn er einmal erstickt ist, wieder zu entflammen. Ich rufe Sie auf zu einer gerechten Würdigung der Chaluziuth, und ich bin überzeugt, daß die Arbeiter mehr und mehr den Wert der Wirtschaftlichkeit für die Erweiterung unserer Arbeiten einsehen und in-dieser Richtung weitere Fortschritte machen werden. Es war für die zionistische Bewegung vielleicht bisher das größte Aktivum, daß sie mit den Arbeitern eine einheitliche Front nach außen gebildet hat. Diejenigen, die jetzt Feindschaft zwischen uns und den Arbeitern predigen und das Tischtuch mit ihnen zerschneiden wollen, bringen uns in eine große Gefahr. Der Pfeil, den sie gegen die 238