Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 278)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft Der Punkt, in dem ich mich von den Vertretern des baalbattischen Prinzips unterscheide, ist nicht, daß ich dieses Prinzip für unrichtig halte, (sondern daß ich es für unmöglich und schädlich halte, dieses Prinzip gegen unsere Siedler und Chaluzim durchzuführen. Diejenigen, die das wollen, sind von Mißtrauen gegen die Arbeiterschaft erfüllt und glauben, daß die Arbeiter in der Zionistischen Organisation nur eine melkende Kuh sehen und es ihnen ganz gleichgültig ist, ob zionistische Gelder verloren gehen, wenn sie nur davon profitieren. Ich dagegen habe mich in meiner ganzen bisherigen Tätigkeit vom Vertrauen darauf leiten lassen, daß die Arbeiter sich als integralen Bestandteil der ganzen Zionistischen Organisation fühlen und daß sie Fehler, die sie machen, ebenso schwer empfinden wie wir (alle. Ich bin in diesem meinem Vertrauen auf die Arbeiter bis heute nicht erschüttert. Der zweite Punkt ist, daß die Gegner der Arbeiter glauben, sie verstünden (alle Dinge besser als die Arbeiter selbst. Ich muß in dieser Beziehung vor Ueberhebung warnen. Es gibt kein Volk in der Welt, dessen Arbeiterstand sich an Intelligenz mit unserem Arbeiterstand vergleichen kann, und wir sollten es uns deshalb sehr überlegen, die Meinung der Arbeiter, insbesondere in der Frage, wie sie ihr eigenes Leben in Palästina sozial gestalten wollen, von obenherab zu behandeln. Ich glaube, daß die bürgerlichen Zionisten um so weniger Grund haben, die Fehler, die die Arbeiter gemacht haben, zu übertreiben, als den Fehlern der Arbeiter mindestens ebensoviele Fehler der bürgerlichen Zionisten gegenüberstehen und die bürgerlichen Zionisten in keiner Weise den Befähigungsnachweis dafür erbracht haben, daß sie berufen sind, über die Arbeiter zu Gericht zu sitzen. Man redet so viel und immer wieder von neuem über den Solei B o n e h. Es ist wahr, der Solei Boneh hat der Zionistischen Exekutive ein gutes Stück Geld gekostet; aber ich wäre sofort imstande, Ihnen ein halbes Dutzend bürgerlicher kapitalistischer Unternehmungen zu nennen, 236