Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 235

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 235 (sequence 277)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476284--6720-3482867
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ruppin der in "den Kwuzoth zum Ausdruck kommt, großes Verständnis und Sympathie haben. Die Chaluziuth wirkt sich nicht nur darin aus, daß der Cbaluz bereit ist, jede Arbeit zu übernehmen. Sie manifestiert sich auch in landerer Weise zum Vorteil unserer Sache. Als es im Laufe des letzten Jahres gelegentlich der städtischen Wahlen für uns von höchster politischer Wichtigkeit war, daß die Juden die palästinensische Staatsbürgerschaft erwerben, da kamen unsere Arbeiter wie ein Mann diesem Rufe nach. Die Baailebattim dagegen zögerten, weil sie durch viele Rücksichten der Familie und des Vermögens in ihren Entschlüssen nicht so frei waren. Für sie war es z. B. von Wichtigkeit, daß ein Testament, das ein Palästinenser macht, nicht vom Regierungsgericht, sondern vom Rabbinats-Gericht interpretiert wird, und manche von ihnen waren in Sorge, ob sie dieses Risiko laufen können. Für die Arbeiter gibt es kein Testament und deshalb auch nicht Bedenken dieser Art. Sie werden natürlich einwenden, daß es für den Arbeiter ieicht sei, sich über diese Bedenken hinwegzusetzen, weil er jung sei und deshalb weder nach Familie noch nach Vermögen zu fragen habe. Das ist als Erklärung ganz richtig, aber eis ändert nichts daran, daß für uns in Palästina eben dieses Element, das auf Fragen des Vermögens und der Familie keine Rücksicht zu nehmen braucht und sich rückhaltslos für unsere Sache einsetzen kann, von so hohem Werte ist. Dasselbe gilt in Bezug auf die hebräische Sprache und die Erziehung der Jugend. Die Arbeiter in Palästina sind das festeste Bollwerk der hebräischen Sprache. Nirgends wird die hebräische Sprache so viel und mit so viel Liebe gepflegt, wie in ihren Kreisen, während in den Schichten der bürgerlichen Einwanderer diese Einstellung zur hebräischen Sprache sehr häufig vermißt wird. Keinem Arbeiter wird es einfallen, seine Kinder in eine andere als in eine hebräische Schule zu schicken. In den bürgerlichen Kreisen haben wir noch sehr viele Beispiele gegenteiliger Art. 235

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.