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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 230

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 230 (sequence 272)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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8. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft Exekutive, verstärkt durch eingeladene A. C.-Mitglieder, mußte also am selben Abend stattfinden und vor dem nächsten Morgen ihren Beschluß fassen. Es ist klar, daß ich unter diesen Umständen nicht mehr die Zeit hatte, selbst irgendwelche politischen Schritte zu unternehmen oder, wie Dr. Weizmann es in einer ihm besser gefallenden Form ausdrückt, an den Premierminister von England eine Kede zu halten. Es blieb mir zwar noch die sehr verlockende Möglichkeit, mich von jedem Anteile an dem bevorstehenden Beschluß zurückzuziehen, jede Verantwortung für denselben abzulehnen und gelegentlich in der Exekutive zu resignieren. Ich hatte aber die Empfindung, daß das bedeutet hätte, in einer bedrängten und verzweifelten Lage von meinen Kollegen zu desertieren. Ich hatte die Empfindung, daß es meine sittliche Pflicht war, mit meinen Kollegen auch die Schmach einer Niederlage zu tragen, obwohl ich an der in meiner Abwesenheit verlorenen Schlacht keinen Anteil genommen und von ihr noch wenige Stunden vorher überhaupt nichts gewußt hatte. Daher beschloß ich, die Darstellung Dr. Weizmanns nicht nur als subjektive — was selbstverständlich ist —, sondern auch als objektive Wirklichkeit anzunehmen, ihm und den anderen Herren der Exekutive das volle Vertrauen zu schenken, daß sie tatsächlich alle möglichen Schritte zur Bekämpfung des Ultimatums unternommen hätten, und mich an der schweren Verantwortung meiner Kollegen loyal zu beteiligen. Heute, nachdem ich die oben zitierten Worte des Herrn Dr. Weizmann gehört habe, bedauere ich jenen Beschluß. Loyalität ist eine Sache, mit der man, wie ich jetzt sehe, sehr sparsam sein sollte. Wäre die Lage umgekehrt, hätte ich eine Schlacht verloren und ein anderer wäre im letzten Moment gekommen, hätte von mir die Sachlage erfahren, meine Darstellung mit vollem Vertrauen, ohne Prüfung, angenommen und mir seinen Namen gegeben, um meine Niederlage mitzutragen, dann hätte i c h es diesem Manne nie im Leben vorgeworfen; und wenn ihm ein dritter diesen Vorwurf gemacht hätte, dann würde ich aufstehen und erklären, daß ich die ganze Verantwortung übernehme. Dr. Weizmann denkt anders, was ich mit großem Bedauern konstatiere und dem Urteil der Oeffentlichkeit überlasse. (Beifall.) Vorsitzender: Das Wort erhält nunmehr Dr. Euppin zu seinem Eeferate über „Grundprobleme des Aufbaus Palästinas". 230

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