Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 270)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Erklärungen zur Generaldebatte Politik, für den Verzicht auf die Hegemonie des Zionismus im jüdischen Lehen und damit für die unvermeidliche Erschütterung und allmähliche Zerstörung der Grundlagen der Bewegung. Der fortschreitende Verfall der Organisation und die Schwächung des Bewußtseins ihrer historischen Bedeutung in weiten Reihen, seihst der Zionisten, ist die unvermeidliche Konsequenz dieser verfehlten Politik. Auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet hat die Exekutive ebenso versagt wie in politischer Hinsicht. Trotzdem sie seit Jahren den sogenannten ökonomischen Kurs propagiert, die Entpolitisierung der Bewegung und Konzentration aller Kräfte auf die rein ökonomische Aufbauarbeit predigt, hat sie auch in dieser Beziehung völlig versagt. Ihre Hilflosigkeit gegenüber der vierten Alijah, die schwierige Lage vieler unserer Institutionen, die Defizite der Exekutive und das katastrophale Budget, das sie diesem Kongreß vorgelegt hat, zeigen, wie wenig unsere Exekutive in der Lage war, die ökonomischen und finanziellen Probleme der Aufbauarbeit zu lösen. Nichts berechtigt zu der Hoffnung, daß diese Exekutive, die die jetzige Lage verschuldet hat, fähig sein sollte, durchgreifende Reformen durchzuführen, so viel davon die Rede ist. Aus allen diesen Gründen geben wir unserer stärksten Unzufriedenheit mit der Tätigkeit der Exekutive in den letzten zwei Jahren Ausdruck und machen sie in erster Reihe verantwortlich für die schwierige und kritische Lage der Bewegung im Galuth und in Palästina. Das Programm, das der Präsident der Organisation und der Präsident der Exekutive dem Kongreß vorgelegt haben, bedeutet die Fortsetzung des bisherigen auf allen Gebieten gescheiterten Systems der herrschenden zionistischen Politik. Wir lehnen dieses Programm in seinen wichtigsten Richtlinien ab und werden gegen die Wiederwahl der beiden Präsidenten und ihre Betrauung mit der Leitung der zionistischen Politik stimmen. (Beifall bei den Radikalen.) DeL Richard Lichtheim (Revisionist — deutsch): Im Namen der revisionistischen Delegation habe ich folgende Erklärung abzugeben: Wir sprechen der jetzt zurücktretenden Leitung bezüglich ihrer Tätigkeit auf den Gebieten der äußeren Politik, der wirtschaftlichen Arbeit in Palästina und der inner jüdischen Politik unsere Mißbilligung für das Vergangene und, im Falle ihrer Wiederwahl, unser Mißtrauen für die Zukunft aus. (Lebhafter Beifall bei den Revisionisten.) 228