Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 268)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Erklärungen zur Generaldebatte aufgehört hat, ein nationaler Faktor zu sein. Sie waren die ersten, die die drei Grundlagen unseres nationalen Heimes gewürdigt haben: Das Volk, das Land und die Sprache. Das Volk: Die Juden des Ostens waren die ersten, die nach Palästina einwanderten, noch bevor Juden aus dem Westen dorthin kamen, und als diese nach Erez Israel kamen, fanden sie schon große und wichtige Gemeinden östlicher Juden in ganz Palästina vor. Das Land: Schon vor etwa achtzig Jahren kam mein Großvater, Eabbi Salomo Yehuda aus Bagdad, nach Palästina, nicht um dort zu sterben, sondern um dort zu leben. Er war der erste, der ein großes Stück Boden, genannt Giwath Schaul, zwecks Ansiedlung von Juden in Palästina kaufte. So schuf dieser Jude aus Bagdad die erste Grundlage für die jüdische Kolonisation in Palästina. Die Sprache: Die sephardischen Juden waren die einzigen, die jenen ursprünglichen Glanz der hebräischen Sprache bewahrten, der bei unsern übrigen Brüdern im Westen verloren ging, nämlich ihre Aussprache. Und als Ben Jehuda ins Land kam, ging er zu den Sephardim, um diese Aussprache zu lernen: so kam durch diese Sephardim die Wiederbelebung nicht nur der Sprache selbst, sondern auch ihrer ursprünglichen Aussprache. So ist uns auch dieser dritte Paktor durch diese unsere Brüder erhalten worden. Aber es gibt noch einen wichtigen politischen Faktor. Vor einigen Jahren fragte man einen bedeutenden Politiker des Orients, was er über das Nationale Heim denke? Da lautete die Antwort: Wie kann das Nationale Heim Erfolg haben, wenn es ein so bedeutender Teil des Judentums, wie die Juden des Ostens, nicht anerkennt. Als ich in Bagdad war, hörte ich das selbst von einem der Führer des arabischen Staatswesens. Meiner Meinung nach wird da keine Antwort nützen, solange nicht Vertreter dieses Teiles der Juden in der Exekutive und in unseren sonstigen nationalen Institutionen sitzen werden. Das ist die richtigste Antwort, um dieses Mißtrauen zu beseitigen. Und jetzt ist die Stunde gekommen, diesen Fehler gutzumachen, die Zeit, mit diesem wichtigen Teile des Judentums ernst zu rechnen. Und darum sei unser großer Führer, Herr Nahum Sokolow, gesegnet, der in seiner letzten Eede die Verdienste der Organisation der „Bne Kedem" und der anderen Sephardim in der Welt hervorhob. Mögen die Worte dieses unseres Führers bis in die entlegensten Winkel, die von jüdischen Gemeinden der Sephardim bewohnt sind, dringen, um sie für die Arbeit für das Wohl unseres Volkes zu wecken und zu stärken. Wenn unsere Vergangenheit glänzend war, so ist auch unsere Gegenwart nicht 226