Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 267)
- Language
- German, English, Hebrew
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Bension es ihr, Beträge zu spenden, deren sie sieh nicht zu schämen braucht. Das Verdienst an diesem Fortschritt gebührt dem Keren Hajessod, der als erster seine Delegierten zu diesen unseren fernen Brüdern sandte. Der Kuf des Keren Hajessod drang in diese entlegenen Gegenden wie der Sehofarton, von dem der Prophet sagt: „Der Tag wird kommen, an dem der Schofar laut ertönen wird, da werden die Verstoßenen aus Assyrien und die Verbannten aus Aegypten zurückkehren, um sich vor Gott, dem Herrn, auf dem Berge des Heiligtums, in Jerusalem, zu beugen". So manche verstoßenen und verbannten Brüder kehrten auf diesen Euf zu ihrem Volke und ihrem Heimatlande zurück. So manche unserer verstoßenen und verbannten Brüder, die sich des Judentums schämten und sich nicht zu ihm bekennen wollten, kehrten auf diesen Euf zurück und schlössen sich einer jüdischen Organisation an. Es ist eine Tatsache, daß Juden, die schon ganz nahe daran waren, dem Judentum den Eücken zu kehren, auf diesen Euf von Zion aus zu uns zurückkamen. Das ist die Antwort für jene, die meinen, der Keren Hajessod sei eine bloße Sammelmaschine und seine Delegierten nichts als Spendensammler. Das wird auch jene belehren, die glauben, daß das sephardische Judentum dem nationalen Gedanken fremd und nur trockenes Gebein ist, das auch ein Prophet wie Jecheskiel nicht würde wiederbeleben können. Wenn die sephardischen Juden uns bis heute so fremd geblieben sind, so ist es ausschließlich die Schuld der Zionistischen Organisation, die ihnen keine ihrer Sendboten schickte. Dieser Fehler ist jetzt durch den Keren Hajessod gutgemacht worden. Aber noch einen Fehler gibt es, der behoben werden muß, wenn sich der nationale Gedanke in den sephardischen Kreisen entwickeln soll. Ueberall, wohin ich bisher zu den Gemeinden der sephardischen Juden gekommen bin, hörte man die Meinung und die Klage darüber, daß die sephardischen Juden in ihren Eechten in Palästina beschränkt sind. Es wird ständig die Forderung laut, daß sich in unseren wichtigsten Institutionen Vertreter der Sephardim finden sollen: in der Exekutive, im Direktorium des Keren Hajessod, in dem des Keren Kajemeth Leisrael usw. Und die Antwort, die auf diese Forderung bisher gegeben wurde, daß es hier weder Sephardim noch Aschkenasim gebe, sondern nur Juden, befriedigt sie nicht. Denn sie sagen: Ihr seid es, die einen Unterschied machen, nicht wir! Das geht doch daraus hervor, daß keine Sephardim in den oben erwähnten Institutionen sitzen. Wir dürfen das keineswegs leicht nehmen. Dieser Teil des Judentums ist ein wichtiger Faktor der nationalen Wiedergeburt, und es ist unrichtig, daß er seit der Vertreibung der Juden aus Spanien 15 225