Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 257)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann diesem Komitee versprechen, daß ich in diesen zwei Jahren weder im Rasswjet — den ich dann übernehmen würde — (Heiterkeit), noch sonst irgendwo Ihnen entgegenarbeiten würde. Im Gegenteil, ich würde in jeder Beziehung mitarbeiten. Ist das aber nicht der Fall, so muß ich ganz offen erklären: ich werde meine Politik nicht ändern und ich werde mich nicht in einen Druck hineinjagen lassen, irgendwie auf andere einen Druck auszuüben, wenn ich es nicht für gut halte. Cest a prendre ou ä laisser. Ich bin überzeugt: was wir heute erleben, ist ein Uebergang. Ich bin überzeugt, daß uns in der Zukunft noch weitere Krisen bevorstehen. Ich bin überzeugt, daß dies eine natürliche Erscheinung in einer sehr schwierigen Aufgabe ist. Ich habe diese Krise niemals unterschätzt, und die Exekutive hat ihre ganze Kraft aufgeboten, um sie zu lindern. Auch jetzt ist für den Kongreß eine große Aufgabe vorhanden, die uns alle vereinigt: den Versuch zu machen, die Krise nur halbwegs zu beseitigen. Ich glaube, dies übersteigt nicht die Kraft des Kongresses. Und immer wieder werde ich sagen: wenn Sie diese temporäre Sache beseitigen, hat alles, was in Palästina gemacht worden ist, Hand und Fuß. Nur wir selbst pflegen es zu zerfetzen, es in Grund und Boden zu kritisieren. Die schwersten Anklagen gegen Palästina kamen aus Palästina, vor (allem aus Tel-Awlw, wo alles, was Palästina betrifft, aufs schwärzeste gefärbt wird. Wir haben gleichsam ein sadistisches Vergnügen daran, das Schlechteste des Schlechten uns zuzuschreiben. Darin tut sich namentlich ein Teil der palästinensischen Presse, welche von der Agudah mit Wonne in Amerika verbreitet wurde, besonders hervor. Verbessert, was zu verbessern ist; ändert die Exekutive, vervollkommnet die Administration; seid aber ehrlich und stolz in der Beurteilung dessen, was Ihr selbst gemacht habt. Denn es liegt Schweiß, Blut, Ehre und dreißigjährige Arbeit darin. Und wenn die Wolke sich heben wird, so wird man sehen, daß das Grundlegende, was in Palästina geschaffen 215