Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 227)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6670-3482817- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Farbstein, Becker, Pacifici weiter, wie bisher, die Arbeit der Clialuzim, unterschätzet aber auch nicht den Mittelstand und stellt Euch nicht feindselig gegen den Misrachi! (Lebhafter Beifall rechts.) Del. Dr. Julius Becker (Schweiz — deutsch): Ich will nicht zur Sache sprechen, sondern nur dagegen Verwahrung einlegen, daß die kleinen Landsmannschaften bei der Aufeinanderfolge der Redner nicht genügend berücksichtigt werden, und ich will die Gelegenheit zu einer kurzen Bemerkung wahrnehmen: Ich halte es für angebracht, daß bei künftigen Kongressen die Bedner großer Landsmannschaften abwechselnd mit jenen der kleinen zu Worte kommen. Es ist eine alte Wahrheit, daß jedes Volk die Begierung hat, die es verdient. Und so ist es auch hier. Werden Vorwürfe gegen die Leitung gerichtet, so sind diese Vorwürfe eigentlich an den Kongreß zu richten. Es ist jetzt am Ende der Generaldebatte zu spät für mich, ins Meritorische einzugreifen. Ich werde daher in der Organisationskommission, der ich angehöre, gewisse Vorschläge machen. (Beifall.) Del. Dr. Alfonse Pacifici (Italien — hebräisch): Es ist für mich ein großer Schmerz, daß ich, der Delegierte einer der kleinsten, wenn auch ältesten Galuthgruppen, fast allein die hebräische Sprache auf diesem Kongreß sprechen soll, die hebräische Sprache, die doch die offizielle Sprache des Kongresses ist, aber von allen, auch von den Delegierten von Erez Israel, vernachlässigt wird. Das ist nicht schön für den Kongreß und es ist auch ein schlechtes Zeichen für die zionistische Bewegung als solche. Man hat der sogenannten Wirklichkeit noch einmal geopfert, weil man glaubt, daß die meisten Delegierten Hebräisch nicht verstehen. Ich bin jedoch vom Gegenteil überzeugt. So vergißt man immer im Namen einer sogenannten Wirklichkeit unsere wahre Wirklichkeit, unsere einzige Wirklichkeit: die Kraft des Traumes. Ist doch auf einem Traum der ganze Zionismus aufgebaut worden, wird auf einem Traum Erez Israel gebaut werden. Dadurch, daß wir auf diese wahre Wirklichkeit im Namen einer falschen Wirklichkeit von Parteien und Statutenparagraphen verzichtet haben, ist es gekommen, daß uns heute so viele Dinge fehlen: Geld und Menschen. Jetzt ist die Zeit gekommen, all diese Falschheit zu lassen. Dieser Kongreß soll der letzte im Galuth sein! Am nächsten Kongreß, in Erez Israel, sollten nur solche Menschen teilnehmen, die hebräisch verstehen, so daß alle Verhandlungen des Kongresses in hebräischer Sprache stattfinden können. 185