Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 228)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6671-3482818- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7. Sitzung: Generaldebatte Gott hat von diesem Kongreß ein Opfer verlangt, das wir gestern beweint haben. Möge uns dieses Opfer den Frieden in unsere Eeihen wiederbringen! Dr. Weizmann und Jabotinsky, die beide Führer der Bewegung sein könnten, sollten, statt einander zu bekämpfen, gemeinsam für das Wohl des Volkes arbeiten, jeder an seinem Platze, mit seiner ganzen Kraft und Persönlichkeit. Solche Einigkeit wird uns zum Ziele führen. (Beifall.) Vizepräsident H. Farbstein übernimmt den Vorsitz. Abraham Goldberg (A. C, Amerika — jüdisch): Viele Eedner haben von Amerika gesprochen. Es tut mir leid sagen zu müssen, daß Amerika bis jetzt ein Eätsel für die ganze jüdische Welt geblieben ist. Die Welt hat die Wichtigkeit Amerikas für den Aufbau — nicht vom Geldstandpunkt, sondern gerade vom politischen Standpunkt — noch nicht genug anerkannt. Es gehen große Aenderungen in der angelsächsischen politischen Welt vor sich. Der König der amerikanischen Zeitungen hat vor kurzem noch gegen England geschrieben. Jetzt ist das Prinzip seiner Zeitungen, eine Verständigung zwischen England und Amerika sowie zwischen allen englisch sprechenden Ländern herbeizuführen. In England errichtet man Washington, dem Begründer des amerikanischen Staates, Denkmäler. England sucht die Freundschaft Amerikas. In Amerika leben vier Millionen Juden, die einen gewissen Einfluß im Staate besitzen. Gerade darauf wird man hören, was in Amerika laut wird. Ich habe nichts gegen die Pro-Palästina- Gesellschaften. Sie haben eine große Bedeutung für die einzelnen Länder und für den Zionismus daselbst. Doch wenn im Volke Amerikas eine prozionistische Stimmung herrschen wird, wenn von dorther unsere gerechten zionistischen Forderungen unterstützt werden, dann wird der Einfluß auf die britische Eegierung groß sein. Ein Viertel der Juden der Welt wohnt in Amerika. Dieses Viertel hat das freie Eecht, seine Meinung zu äußern, und seine Eeden haben bestimmt eine Wirkung. Man kann von der Mandatarmacht fordern, und mit Eecht fordern, und wir glauben, daß Weizmann fordern wird, denn wir Amerikaner glauben, daß England noch viel zu wenig für das Nationale Heim getan hat. Wenn ihr die Bedeutung von Amerika begreift, werdet ihr auch die Bedeutung der Jewish Agency nicht bloß vom Standpunkt des Geldes, sondern vom politischen Standpunkt begreifen. Wenn das jüdische Volk in Amerika in gewissen Forderungen einig 186