Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 222)
- Language
- German, English, Hebrew
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7. Sitzung: Generaldebatte ich hinzufügen: Ich könnte mich der Idee einer gut fundierten Anleihe anschließen. Ich weiß, daß Sie das auch ohne meine Zustimmung tun können, aber ich könnte mich der Idee anschließen, wenn diejenige Bedingung, die Weizmann gestellt hat, erfüllt wäre, daß vorher unsere Schulden bezahlt werden, aber wirklich bezahlt und wirklich alle Schulden. Das Budget, das uns vorgelegt wurde, ist durch die Opposition richtig charakterisiert worden. Die strengste Kritik ist gerechtfertigt, aber doch muß jeder begreifen, daß wir unter der harten Notwendigkeit stehen, unsere Ausgaben innerhalb der Einnahmen zu bewilligen, nicht außerhalb. Der Leitung ist anzuraten, ja der Kongreß sollte beschließen, daß die Leitung auf eigene Faust überhaupt keine Anleihen macht, weder große noch kleine. Wir haben nicht das Eecht, unsere zukünftigen Einnahmen zu verpfänden, weil wir auch unvermeidlich steigende Ausgaben in der Zukunft haben werden. Was die Agency betrifft, so zwingt uns der ganze Zustand, uns an die andern jüdischen Kreise zu wenden, um aus dieser Sachlage herauszukommen. Wir errichten ein Werk nicht nur für Zionisten, sondern für alle Juden, und es müssen sich auch die andern Juden dafür interessieren. Jetzt oder später. Das Zustandekommen der Agency ist eine absolute Notwendigkeit. In einem am Vorabend des Kongresses erschienenen Aufsatz habe ich wörtlich gesagt: „In dem Mißverhältnis zwischen unserem Können und unserer Aufgabe liegt ein Hemmnis, das den peinlichen Zustand der Unsicherheit, des Bückschrittes, den wir Krise nennen, herbeiführen muß." Es freut mich, diese meine Anschauung auch in dem Bericht Präsident Weizmanns zu finden. Diese Disproportion ist nur durch die Hilfe der uns noch fernstehenden Juden aus der Welt zu schaffen. Wir müssen uns auf gesicherte Positionen zurückziehen, um ruhigeren Gemütes mit den andern über ihre Verantwortung reden zu können; nur dann werden wir Erfolge haben. Wir müssen bewußt in ein TJebergangsstadium eintreten, das zu einem Zustand hinleitet, in dem die Organisation durch die Agency von vielen Lasten befreit wird, damit sie sich denjenigen Aufgaben widmen kann, für die sie geschaffen ist: für die Propaganda, für Hochhaltung der Idee, Führung der zionistischen und der jüdischen Politik sowie für diejenigen Arbeiten in Palästina, die ä fonds perdu gemacht werden müssen. Es ist aber für die Schaffung der Agency eine conditio sine qua non, daß wir stark sind. Nur eine starke Zionistische Organisation kann die Agency ertragen. Zu meinem Bedauern bin ich wieder einmal nicht mit dem einverstanden, was Weizmann „wieder einmal" gesagt hat, 180