Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 220)
- Language
- German, English, Hebrew
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7. Sitzung: Generaldebatte tung hat wohl das große Verdienst, dieses Geld aufzubringen, aber es ist eine ungeheure Leistung des Volkes; und wenn wir dazu addieren die außergewöhnliche Anstrengung der Arbeiter in Palästina und die der Bourgeoisie, so erhalten wir ein gewaltiges Quantum von Energie. Aber wo haben Sie, wo haben wir das Aequivalent dieser Leistung? Nicht der oder jener Herr ist schuld an diesem Zustande, wie die Opposition behauptet, nicht ein Mensch, nicht einige Menschen sind schuld, sondern das System. Wer auch in die Sache hineingeht, der Beste wird durch diese Maschine zermalmt. Unsere Arbeit begegnet dreierlei Schwierigkeiten. Erstens: die politischen und ökonomischen Bedingungen im Lande sind ungünstig. Sie wissen, wie ich über die politischen denke; aber jetzt ist ein langsamer Prozeß nötig, um sie günstiger zu gestalten. Zweitens: unser im Galuth erzogenes Menschenmaterial ist nicht imstande, in Palästina schnell und erfolgreich gegenüber der autochthonen Bevölkerung aufzutreten. Damit müssen wir rechnen. Drittens: unsere Arbeitsmethode, die Wirtschaft ist schlecht. Das dritte hängt nur von uns ab, und niemand und nichts kann uns zwingen, so zu wirtschaften, daß wir uns selbst Vorwürfe zu machen haben. Vor dem Kongreß äußerte ich die Meinung, daß wir gegen Eechts und Links einen Kampf werden aufnehmen müssen, nicht wegen ihrer Lebensanschauung, sondern weil sie nach der Macht streben, weil sie auf unsere Arbeitsmethode entscheidenden Einfluß haben und dieser Einfluß sich als schädlich erweist. TJeber Arlosoroffs Rede habe ich mich sehr gefreut, da ich nichts von Klassenkampf darin gehört habe. Sollte die ganze Linke hinter Arlosoroff stehen, so würde ich das mit Freude begrüßen. Nichts wäre mir lieber, als eine wirkliche Zusammenarbeit aller Eichtungen im Zionismus. Ist aber kein wirklicher Friede möglich und der Kampf unvermeidlich, dann besser heute als morgen! In einem sehr wichtigen Punkte unterscheide ich mich von Arlosoroff total; er verlangt straffere Zentralisierung aller Institutionen. Nicht parteiische Voreingenommenheit, sondern meine langjährige Erfahrung hat mich überzeugt, daß wir jetzt Dezentralisation nötig haben. Koordination muß nicht Zentralisation sein. Beides ist nebeneinander möglich. Arlosoroff hat die Vertreter des Nationalfonds und der Hadassah als chinesische Generale hingestellt. Für Herrn Ussischkin geht das noch ein bißchen an; aber für Henrietta Szold! (Heiterkeit.) Nur die Führer der Linken und die der "Rechten, das sind keine chinesischen Generale! Die Tätigkeit 178