Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 216)
- Language
- German, English, Hebrew
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7. Sitzung: Generaldebatte nach den Taten und Beschlüssen, die hier gefaßt und die in Wirklichkeit umgesetzt werden. DeL Leonce Bernheim (Frankreich, Hitachduth — französisch): Ich empfinde tiefste Befriedigung darüber, daß es mir vergönnt ist, auf diesem Kongresse zu erscheinen und eine Ansprache zu halten. Ich erblicke darin keineswegs nur eine hohe persönliche Ehrung, sondern vor allem einen Dank an das große Frankreich, dessen hervorragendste geistige Führer den Gedanken des Zionismus günstig gegenüberstehen. Das muß man umsomehr hervorheben, als gerade die unglückselige Dreyfus-Affäre in Frankreich den Anstoß zur Abfassung des „Judenstaates" und in der Folge zur Begründung der Zionistischen Organisation gegeben hat. Ich erinnere den Kongreß daran, daß der Oberkommissär von Syrien, de Jouvenel, in der großen Versammlung im Trocadero in Paris, in der Weizmann für das jüdische Aufbauwerk in Palästina sprach, gleichfalls seine Sympathie für den Aufbau Palästinas ausdrückte. Gegenwärtig sind es die hervorragendsten Staatsmänner Frankreichs, die dem Komitee France-Palestine angehören. Briand, De Monzie und auch Poincare sind gegenüber dem Zionismus günstig gestimmt. Aber es gilt nicht nur das zu sagen, was in Frankreich für den Zionismus günstig ist, man muß auch das erwähnen, was leider als abträglich bezeichnet werden muß. Damit meine ich das Verhalten der französischen Juden. Wohl gibt es unter den jüdischen Intellektuellen, die in der Literatur und Politik eine Rolle spielen, manche, die ein Interesse für den Zionismus haben. Die großen Massen der Juden aber sind assimiliert und fragen, wenn man ihnen vom Aufbau Palästinas erzählt: Wozu das alles? Dennoch muß man die Hoffnung hegen, daß auch in diesen Kreisen das nationale Gewissen erwachen wird. Heute allerdings ist die Lage so, daß die prozionistischen Nichtjuden organisiert sind und sich gegenüber den Juden, die für Palästina fühlen, in der überwiegenden Mehrheit befinden. Ich erinnere an den Senator Justin Godart, dem das Werk der Vereinigung der nichtjüdisehen Freunde des Zionismus im „Franee-Palestine"-Comite in Frankreich gelungen ist. Von jüdischen Organisationen sind für Palästina tätig: der jüdische Frauenverband und der Weltverband der jüdischen Studierenden, der sich vollständig auf die Plattform des Zionismus gestellt hat. Ich möchte noch besonders betonen, daß ich auf das Programm der Hitachduth gewählt wurde. Ich möchte mich nicht ausführlich darüber verbreiten, welch ungeheuren Eindruck dieser Kongreß auf mich gemacht hat. Insbesondere von der 174