Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 214)
- Language
- German, English, Hebrew
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7. Sitzung: Generaldebatte nalen Staat und so weiter, die in gewissen Kreisen herrschen, nicht verwirren. Auch in der Frage der Arbeitslosen hat sich die Kegierung manches zuschulden kommen lassen. Vor allem, indem sie der Entwicklung mit Passivität zugesehen hat. Aber auch das jüdische Volk hat seine Pflicht nicht getan. Und darum ist der Freibrief, der aus den Reden des Herrn Jabotinsky für diejenigen hervorgeht, die ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind, durchaus zu verurteilen. Alle Faktoren müssen wir zu Hilfe rufen, und alle Faktoren sind berufen, eine Lösung der Krise herbeizuführen. Wir müssen der Exekutive und dem Wirtschaftsrat den Vorwurf machen, daß sie bisher mit keinem konkreten Programm gekommen sind, denn auch der Beschluß des Aktionskomitees, das System der Unterstützungen zu liquidieren, ist sicherlich kein tragender Gedanke, keine Lösung des Problems. Die Arbeiter, die ebenso wie die Lehrer die beiden fundamentalen Säulen unseres Aufbaus darstellen, müssen Arbeit bekommen. Und nicht nur die registrierten Arbeitslosen, sondern auch alle jene Beschäftigungslosen, die nicht als Arbeiter, aber mit dem Bewußtsein, Palästina mit aufzubauen, nach Palästina gekommen sind. Das ganze jüdische Volk und alle seine Schichten sind an dem Aufbau interessiert. Deshalb müssen wir verlangen, daß die Exekutive allen Schichten ihre Aufmerksamkeit zuwendet. Von diesem Standpunkt müssen wir auch von der Eegierung den Schutz unserer aufkeimenden Industrie durch Aenderung der bisherigen Zoll- und Transportpolitik verlangen, die Exekutive aber muß die Unterstützung der Privatinitiative erhöhen, um eine Befestigung unserer Position in Handel, Gewerbe und Industrie zu ermöglichen. Von diesem Gesichtspunkt aus müssen wir es bedauern, daß die Probleme der Hypothekenbank wie auch der Agrarbank noch immer nicht aus dem Bereiche der Theorie herausgekommen sind. Von dem Gesichtspunkte der Krise betrachte ich auch das Problem der Jewish Agency. Die Frage hat eine formelle, eine ideologische und eine meritorische Seite. In formeller Hinsicht sind alle Vorwürfe gegen die Exekutive unberechtigt, denn sie hat nichts getan, als was ihr der letzte Kongreß aufgetragen hat. Vom ideologischen Standpunkt muß man sagen, daß, wenn es gestattet ist, schon bei Wahlen ins Parlament oder in Stadträte zum Zwecke der Mandatsgewinnung eine Vereinigung aller jüdischen Parteien und selbst mit den Gegnern des Zionismus zu bilden, dies gewiß auch dort gestattet ist, wo ein solches Kompromiß der Zusammenarbeit aller jüdischen Parteien für den Aufbau Palästinas zugute 172