Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 213)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mrs. Bension, Reich glauben, daß Großbritannien niemals das Vertrauen, daß das jüdische Volk in es setzt, brechen wird. Und als letztes: wir vertrauen auf den großen Geist Englands, der unsere berechtigten Gründe immer anerkennen wird. Wir glauben an die Ehre Englands, das niemals unser Vertrauen auf seine Vertragstreue verraten wird. (Stürmischer Beifall.) Dr. Leon Reich (A. C, Ostgalizien — deutsch): Aus Verantwortungsgefühl halten wir es für unsere Pflicht, in unserem Auftreten auf dem Kongreß alles zu vermeiden, was die Stoßkraft der Bewegung schwächen oder das Prestige der Führer untergraben könnte. Andererseits gebietet uns gerade unser Verantwortungsgefühl, alles frei zu sagen, was uns bedrückt. In diesem Sinne möchte ich unseren Standpunkt zur Politik der Exekutive folgendermaßen präzisieren. Wir sind mit der Politik der jetzigen Exekutive, mit dieser Methode der Vorsicht, der Vernunft und bedachtsamen Arbeit, zufrieden, wenn wir auch mit einzelnen politischen Handlungen, mit dem Tempo, mit manchen politischen Reden und Entgleisungen nicht einverstanden sind. Wir erkennen es als einen absoluten Fortschritt an, daß seitens der Regierung in Palästina nun doch manches geschehen ist, was lange angestrebt wurde, wie vorzugsweise die Anerkennung des Waad Leumi; ebenso erkennen wir es als einen bemerkenswerten Fortschritt an, daß die öffentliche Meinung sowie die Regierungen verschiedener Staaten durch Gründung von Pro¬ Palästina-Ligen für den Palästinagedanken interessiert worden sind. Andererseits sehen wir im Verhalten der britischen Regierung Fakten, die, wenn nicht in einem krassen Widerspruch, so doch nicht vollständig in Harmonie mit dem Geiste des Mandates stehen. Darum scheint es uns politisch unrichtig und auch ungerecht, wenn behauptet wird, daß die britische Regierung alles zur Erfüllung des Mandates getan hat. Wir wissen, was die Reduzierung des Budgets für die Lage unserer Lehrer in Palästina bedeutet, und wir müssen uns die Frage stellen, ob es wirklich notwendig ist, daß wir die ganzen Lasten des Schulwesens auf unseren Schultern tragen. Die bisherigen Unterstützungen der Regierung können wir nur als ein Symbol der Anerkennung der Nützlichkeit unseres Schulwesens werten, wir verlangen aber auch, daß dieses Svmbol in Taten umgesetzt wird. Wenn wir in den Ländern des Galtith von der Regierung verlangen, daß sie uns die Lasten des jüdischen Schulwesens tragen helfe, so müssen wir dies mit umso größerem Nachdruck dort verlangen, wo wir unsere eigene jüdische nationale Heimstätte bauen. Und in diesem unserem Bestreben lassen wir uns auch durch die Theorien vom binatio- 171