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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 158

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 158 (sequence 200)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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6. Sitzung: Generaldebatte Summe. Oder ein anderes Beispiel, das uns den Maßstab für die Distanzmessung in die Hand gibt. Ussischkin pflegte bei den „Kaaroth" am Erew Jomkippur für zionistische Zwecke zu sammeln. Mit Triumph pflegte man geringe Erträgnisse auszuweisen. Heute macht derselbe Ussischkin eine Eeise nach Kanada und bringt 60.000 Pfund. Das macht: Sechsmal Hunderttausend Eubel. Ist das nicht ein ungeheures Wachstum? (Del. Blumenfeld: Das sind Phrasen!) Wir haben ja alles mit Phrasen gemacht. Sie mit Ihrer „Jüdischen Rundschau" liquidieren den Zionismus. Herr Eobert Weltsch will nicht den Judenstaat haben. Wir wollen ihn! Dem haben Sie Ihre große Niederlage zu verdanken, daß Sie die Judenstaatsidee aufgegeben haben. Die ganze „Jüdische Eundschau" ist von Anfang bis zu Ende eine Phrase. Und nun ein Wort über unsere politische Weltstellung. Ich will gewiß nicht sagen, daß wir Grund haben, zufrieden zu sein. Ein zufriedener Zionist ist überhaupt ein Unding. Großes, größtes Streben kennt keine Zufriedenheit. Aber wir dürfen, wir müssen Distanzen abmessen. Zionismus ist doch einer der festen Bestandteile der internationalen Politik. Unsere Stellung ist eine wohl gegründete. Auch die Mandatarmacht hat letztens einige Aktivität gezeigt. Freilich — viel zu wenig, um uns zufrieden zu stellen. Und Jabotinsky hatte zweifellos in Vielem und Wesentlichem recht, was er hier hervorhob. Wir müssen weiter fordern, laut und energisch fordern. Ich vermag nur nicht aus diesem unbefriedigenden Zustande Weizmann einen Vorwurf zu schmieden. Weizmann hat selbst in seiner Einleitung gesagt, daß die Mandatarmacht nicht alles getan hat. Der Irrtum Jabotinskys liegt bloß darin, daß er Weizmann seine gemäßigte Sprache vorwirft. Weizmann würde ja auch so sprechen wie Jabotinsky, wenn er nicht Träger der Verantwortung wäre. Im Kabinette bei den Ministern spricht er nicht anders als Jabotinsky. Ich habe ungeheuer viel für Jabotinsky übrig und anerkenne ihn als Kronprätendenten. Ich betone: Prätendent. Aber als Königsmacher ist er nicht auf seinem Platze. Er hätte nicht Stephen Wise die Krone anbieten sollen im offenen Kongresse. Das Anbieten von Kronen kann er ruhig Kleineren überlassen, die dieses Handwerk sozusagen berufsmäßig ausüben. Kritik ist natürlich notwendig, aber man muß gerecht sein und Erfolge als solche gelten lassen. Kritisieren, ja ^— deshalb muß man noch nicht jeden, der oben sitzt, zerfetzen und zerfasern. Man wirft sich hier gegenseitier die Schuld an der Krise vor. Ich halte es für einen Unsinn, für eine Narretei, die Verantwortung für die jetzige Krise auf die Schultern der Arbeiter zu wälzen. Wenn die Arbeiter Verluste erlitten haben, so 158

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