Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 197)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hindes, Thon Nun komme ich auf die letzte Frage zu sprechen, die Frage der neuen Exekutive. Zur Durchführung grundlegender Aenderungen bedürfen wir einer starken und unabhängigen Leitung. Dazu sind aber zwei Sachen notwendig: Bedingungen und Personen. Vor allem muß der Parteidruck abgeschafft werden, der es ernsten Leuten unmöglich gemacht hat, in der Exekutive in Palästina mitzuarbeiten. Am 13. und 14. Kongreß haben wir geeignete Persönlichkeiten für die Exekutive gesucht und gefunden, aber sie wollten nicht in die Exekutive eintreten. Andere wieder sind eingetreten und mußten wegen des Parteidruckes zurücktreten. (Zwischenruf links: Nur Disengoff ist ausgetreten!) Nicht nur Disengoff, auch Van Vriesland und Simon und de Lieme. (Zwischenrufe links.) Dritte wieder sind in der Leitung in London und in Palästina geblieben und umgefallen. Wir sprechen uns vor allem für Dr. Weizmann aus. Er hat jetzt eine Hauptaufgabe zu erfüllen: Die Jewish Agency zu Ende zu bringen. Er hat den Mut gehabt, gegen die alten verdienten Zionisten diese Sache anzufangen, und das ist sein größtes Verdienst. Aber wir wollen, daß in der Zukunft sämtliche zionistischen Persönlichkeiten an der Exekutive teilnehmen. Die Stunde ist ernst und schwer, und der Status quo wäre verderblich. Wir brauchen eine Exekutive, die Mut und Stoßkraft hat und die einmal das System in Palästina ändert. Zu diesem Zwecke müssen wir nicht nur das Geldkapital, sondern auch unser Menschenkapital mobilisieren. Deshalb sollen unsere besten Leute, ob sie in Amerika oder in Europa, in Europa oder in Palästina wohnen, an die Front gehen. Deshalb sollen unsere starken Männer in die Exekutive eintreten. Nur eine solche Exekutive wird uns in eine bessere Zukunft führen. (Beifall.) Dr. Osias Thon (A. C, Westgalizien — deutsch): Ich möchte zunächst eine Erklärung an Herrn Wolfgang von Weisl richten. Ich gebe ihm die Versicherung, daß ich und ein Großteil von Delegierten, die große Massen von ernsten und ehrlichen Zionisten hier vertreten, sich nicht wie die Anführer einer geschlagenen Armee fühlen. Es ist ihm passiert, wie es geistreichen Journalisten häufig — je geistreicher desto häufiger — passiert, daß sie danebenschießen. Das ist der Fluch des Geistreichseins. Es ist spitz, scharf, blitzend, aber nicht wahr. Wir sind keine geschlagene Armee. Aber ich fürchte, wir sind eine z e r schlagene Armee, und ich glaube, nicht ohne Zutun des Herrn Weisl und der Gruppen, die ihm nahestehen. 155