Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 193)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hindes doch selbst die besten von uns zu diesem Kongreß ohne Perspektive in bezug auf die Kolonisation gekommen. Ja, selbst in der staatsmännisehen Kede des Herrn Dr. Weizmann ist diese Frage wahrhaftig zu kurz gekommen. Dr. Weizmann hat erklärt, die Frage der Arbeitslosigkeit müsse „in würdiger Weise gelöst werden". Aber wie? Was ist die Perspektive dieser Frage? Darauf muß eine klare Antwort gegeben werden, weil von ihr der Erfolg des Keren Hajessod und unser Budget abhängen. Es gibt in der zionistischen Bewegung zwei Ursachen der Programm- und Perspektivelosigkeit in Bezug auf die Kolonisation. Die eine Ursache ist der Konservatismus, der in unseren Keihen herrscht und der bewirkt, daß keine neue Idee vorgetragen werden kann, ohne daß man auf den Widerstand der konservativen zionistischen Keihen stößt. England kann leichter einen Krieg erklären, als der Kongreß ein Mitglied aus dem A. C. ausschließen. (Beifall.) Die zweite Ursache ist die falsche Prestigepolitik, die in unseren Keihen getrieben wird. Wir sollten den Mut haben, eigene Fehler als solche zu erkennen und fremde Ideen, wenn sie gut sind, anzunehmen. Es gibt aber unter uns Gruppen, denen es an Mut gebricht, eigene Fehler zu bekennen. Nehmen wir die Gruppe der Amerikaner. Die Amerikaner sind zum dreizehnten und vierzehnten Kongreß mit einem bescheidenen, vielleicht einem zu bescheidenen Keorganisations- und Kolonisationsprogramm gekommen, mit dem sie auszukommen hofften. Dann aber haben sie vor dem Schatten Washingtons Angst bekommen und sind sogar vor dem eigenen kleinen Programm zurückgewichen. Ebenso hat das Linke Zentrum vor dem Schatten des Eth Liwnoth Angst bekommen und sich zurückgezogen. Dazu können wir nur sagen: Wir verzichten auf unser Copyright. Setzt unser Programm durch und vergeßt die Verfasser. (Beifall.) Ich will nun zur Frage der Jewish Agency übergehen. Die ganze polnische Landsmannschaft, besonders die Gruppe Eth Liwnoth, hat auf dem Standpunkt gestanden, daß die Jewish Agency als Grundlage für eine gemeinsame Arbeit von Zionisten und Nichtzionisten für den Aufbau Erez Israels eine Notwendigkeit ist, die von der Entwicklung diktiert wird. Wir glauben auch heute noch, daß das Mißverhältnis zwischen den Notwendigkeiten Erez Israels und den Möglichkeiten unserer Front gelöst werden kann. Wir glauben ferner, daß wirtschaftliche Arbeit nicht zum Erfolg führen kann, wenn sie von Parteien gemacht wird. Wirtschaft und Parteiwesen lassen sich nie in einen Wagen spannen. Es ist nur ein Bei- 151