Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 191)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476284--6634-3482781- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gesundheit, Hindes unser Gehirn, unser Geld, unsere Energie. Palästina soll diesen beiden anderen Klassen dasselbe geben wie den Arbeitern. Wir wollen die Arbeiter unterstützen, wir wollen aber auch, daß sie uns nicht bekämpfen und Terrorismus in das Land bringen. (Redner wiederholt den letzten Passus in hebräischer Sprache, wiederholt durch stürmische Mißfallenskundgebungen von der Linken unterbrochen. Englisch fortfahrend:) Liebe Freunde! Wir wissen, daß Sie viele Opfer gebracht haben und auch jetzt für den Aufbau Palästinas Ebringen. Ich bitte Sie darum, alle Streitigkeiten und Parteizwistigkeiten zu vermeiden und mit den bürgerlichen Elementen in Frieden zu leben. Haben denn keine blutigen Zusammenstöße unter den Arbeitern stattgefunden, den Arbeitern von der rechten und der linken Gruppe? Zwingen Sie nicht die Arbeiter des Misrachi, in die Histadruth einzutreten, denn wenn sie verhindert werden, sich selbst zu organisieren, dann hat das zur Folge, daß sie entweder aus Mangel an koscheren Küchen treife essen oder verhungern müssen. (Zwischenrufe der Del. Ben Gurion und Berl Kaznelson: Wer zwingt? Lüge! Nehmen Sie Ihre Worte zurück!) Wir sind nicht nach Palästina gekommen, um zu kämpfen, denn wir wollen keinen Parteihaß in Palästina. Wenn wir nicht Schulter an Schulter miteinandergehen, wird es uns nicht gelingen, das Land aufzubauen. (Beifall.) Dr. Matthias Hindes (A. C, Polen — jüdisch): Geehrter Kongreß! Ich möchte vor allem die Visitenkarte korrigieren, die von meiner Gruppe Eth Liwnoth im Kongreß kursiert. In der Wahlpolitik haben sich ja sehr viele Vorurteile gebildet, unter denen die Eeputation meiner Gruppe gelitten hat. Demgegenüber muß erklärt werden, daß diejenigen, die gegen unsere Gruppe polemisiert haben, ihre Literatur zumeist nicht kannten. Ich will nun versuchen, ruhig und sachlich unsere Stellung zu den Fragen, die auf der Tagesordnung stehen, zu präzisieren. Es ist vor allem nicht richtig, daß wir in Bezug auf irgendeine zionistische Frage einen Klassenstandpunkt vertreten. Es ist ein Prinzip jeder Kolonisation, das Gleichgewicht zwischen der Menschenwelle und der Kapitalwelle herzustellen. Und so gab es eine Zeit, da stand die Menschenwelle in erster Eeihe. Damals hat auch die Gruppe Eth Liwnoth mit ganzer Begeisterung die Bewegung der Chaluzim unterstützt. Dann aber kam die zweite Periode, wo es not- 149