Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 190)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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6. Sitzung: Generaldebatte wendig, daß eine liberale Interpretation des Mandates durch die Mandatarmaeht und ein größeres Maß von Ermutigung der jüdischen Arbeit durch die palästinensische Administration an die Stelle des jetzigen Zustandes tritt. Wir verlangen größere Subsidien durch die Regierung für unser hebräisches Erziehungswesen und unser Gesundheitswerk, ferner Unterstützung der Industrie und der Landwirtschaft. Unsere Exekutive und der Präsident haben sich bemüht alles zu tun, was möglich war. Aber trotzdem muß unser Werk zu einem befriedigenden Schluß geführt werden. Nachdem ich zehn Monate in Palästina gelebt habe, kenne ich die Sorgen der Bevölkerung. Der Sabbath gilt in Palästina als Feiertag. Trotzdem sind im Eisenbahnwesen jüdische Beamte in Haifa am Sabbath beschäftigt. Interventionen des Oberrabbinats bei der Eisenbahnverwaltung, um diese Bestimmung zu ändern, wurden abgewiesen. Dies ist nur ein Punkt, der die Lage illustriert, es gibt deren viel mehr. Wir wollen Sympathien für die gerechten jüdischen Forderungen sehen. Die südafrikanischen Juden bitten mich zu sagen, daß sie, deren Mehrheit nicht aus strengen Orthodoxen besteht, dafür sind, daß in Palästina die Orthodoxie unterstützt wird und die Misrachi-Schulen gefördert werden, denn sie glauben, daß Palästina auf der alten, traditionellen Basis aufgebaut werden sollte. Die hebräische religiöse Erziehung sollte in Palästina allgemein durchgeführt werden. Ich möchte noch betonen, daß 95 Prozent der südafrikanischen Juden Zionisten sind und daß sie nach ihrer Leistung pro Kopf für den Keren Hajessod an erster Stelle stehen. Das Budget nach dem Vorschlage Dr. Weizmanns ist durchaus nicht befriedigend. Denn es hemmt jegliche Möglichkeiten der weiteren Entfaltung, ja auch das bereits Bestehende kann nicht aufrecht erhalten werden. Es muß auf diesem Kongreß etwas getan werden, damit große Summen für unsere Arbeit zur Verfügung stehen, vor allem für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Als Palästinenser, nicht im Namen der südafrikanischen Juden, möchte ich noch ein Wort an meine Freunde, die Arbeiter, richten, denen ich diese Worte auch noch in hebräischer Sprache wiederholen werde. Wir südafrikanischen Zionisten betrachten die Arbeiter als unsere Freunde; denn sie sind es, die das Land aufbauen. Ich stimme Arlosoroff völlig darin bei, daß die Arbeiter das Fundament unseres Aufbaus sind. Wir müssen ihnen aber sagen, daß ein Haus außer der Grundlage auch Mauern und ein Dach haben muß, und das ist es, was die mittlere und die höhere Klasse liefert, nämlich 148