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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 145

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 145 (sequence 187)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Bileski charakteristisch. Wenn man Politik auffaßt wie einen Zivilprozeß, dann haben sie recht. Aber das ist eine falsche Auffassung. Auch Weizmann und Sokolow haben nicht nur die Aufgabe, unsere Forderungen darzustellen. Sie sind nicht nur unsere Advokaten, sie sind auch unser Gehirn, sie haben sich und uns klar zu machen, was um uns ist. Ich glaube, daß England tatsächlich die einzige Stütze ist, die wir haben, und es ändert nichts daran, daß dieser Stab nicht nach unserem Maße gemacht ist. Trotzdem ist er der beste, den wir haben. Ich wende mich nun dem Gebiete zu, das für uns von erheblich größerer Bedeutung ist, dem Gebiete der Wirtschaft. Wir schließen uns den Forderungen an, die hier Weizmann aufgestellt hat. Wir müssen verstehen, was diese Forderungen bedeuten. Die wirtschaftliche Auffassung des Zionismus muß tatsächlich entscheidend geändert werden. In dieser Beziehung muß ein Systemwechsel eintreten. Wir haben bisher auf wirtschaftlichem Gebiet ein System gehabt, das im Wesentlichen von den Bedingungen der Wirklichkeit absah. Wir gingen wie im Nebel. Vielleicht war es nicht anders möglich, diesen ungeheuren Versuch, die Verwirklichung des Zionismus, anzufangen. Aber es hat sich gezeigt, daß wir mit diesem System aufhören müssen. Wir müssen mit dem System der Ueberspannung unserer Kräfte auf wirtschaftlichem Gebiete brechen. Weizmann hat hier mit einem schmerzlichtreffenden Ausdruck davon gesprochen, daß wir mit dem Opfermut der Chaluzim spekuliert und diesen Posten in unser Budget eingestellt haben. Wir verlangen, daß dieser Posten endgültig aus dem Budget gestrichen wird. Das bedeutet natürlich nicht, daß wir ihre moralische Kraft aufgeben, aber sie sollen diese Kraft nicht im Ertragen von Hunger und Fieber verbrauchen. Es gibt eine Theorie, Zionismus sei eine Sache für die geschäftlich Dummen. Die tüchtigen Leute gingen nach Amerika. Ich glaube, es ist auch eine Aufgabe der Chaluzim, diese Auffassung zu widerlegen, zu zeigen, daß Zionismus auch eine wirtschaftlich mögliche Sache ist, zu zeigen, daß Zionisten wirtschaftlich konstruktive Kraft haben. Ihr Heldentum soll nicht nur in einem passiven Heldentum bestehen, sondern in einem Heldentum der Aktivität. Die Folge dieser Ueberspannung der Kräfte ist, daß auf weiten Teilen unserer Wirtschaft Anarchie eingerissen ist. Das Beispiel Arlosoroffs von den chinesischen Generälen paßt leider auch auf viele Vorgänge in unserem Ansiedlungsprozeß. Deswegen verlangen wir, daß dieser Prozeß von einer starken zielbewußten Leitung, die wirklich und nicht nur formell dafür 10 145

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