Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 182)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte oder ein Parteiloser. Man soll den Vorzug demjenigen geben, bei dem man die größten Aussichten auf Erfolg sieht. Die größten Aussichten auf Erfolg hat die Jugend, die im Lande geboren ist, in den Kolonien aufgewachsen ist, nahe der Arbeit und der Natur, und vor allem die jungen Leute, die in Mikweh Israel erzogen wurden. Alle diese erstreben ihre Ansiedlung, aber es gibt keinen Boden. Die Söhne der Bauern im Galil suchen Arbeit als Taglöhner für zehn Grusch und bekommen keine. Viele von ihnen verlassen die Kolonien und arbeiten in den Städten als Chauffeure usw. Für diese sorgt die Exekutive nicht, niemand steht ihnen zur Seite. (Zwischenruf links: Ihr habt doch die Pica, den Baron!) Ich habe hier nicht über die Erbschaft, weder des Barons noch der Exekutive, zu verfügen, Ihr habt auch das Eecht und die Möglichkeit, von der Siedlungsarbeit der Pica Nutzen zu ziehen. Ich spreche hier nur über das System der Exekutive, das unserer Meinung nach keine Existenzberechtigung hat. Man hat den Namen des Barons Rothschild erwähnt, aber offiziell sucht man es zu vermeiden, seinen Namen zu nennen. Gestern sprach Herr Präsident Sokolow in seiner Eröffnungsrede über Paris, diese Weltstadt, in der alles ist, die uns aber keine Zionisten gegeben hat. Er sucht nach einem Zionisten; und den Namen des Barons Eothschild hat er in Paris nicht gefunden und nicht erwähnt. Dieser große praktische Zionist, Gott verlängere seine Tage, der Mann, der den Grundstein für den Aufbau Palästinas gelegt hat, der bis heute nicht nur sein Geld, sondern auch sein Herz gab und gibt — daß dieser Name nicht erwähnt worden ist, auch darin sehe ich ein System. Ich muß noch eine Frage berühren, eine sehr schmerzliche Frage, die Frage der Erziehung. Wir waren zwölf Stämme und jetzt haben wir zahllose Stämme. Wir kommen aus der Galuth so mannigfaltig und verschieden, bringen verschiedenste Kulturen, Sprachen und Gewohnheiten mit. Wir hofften, daß die nächste Generation und die Schule alle diese Verschiedenheiten ausgleichen und daß wir ein einheitliches Ganzes werden. Aber zu unserem großen Bedauern hat sich der Jischuw fast vom Anfang seiner Entwicklung an in zwei Teile geteilt. Es wurden separate Schulen des Misrachi gegründet. Mit gutem Willen und gegenseitiger Verständigung könnte man einen einheitlichen Typus wenigstens für die Volksschule finden. In der letzten Zeit kam noch eine dritte Teilung dazu, die uns eine neue Kultur gebracht hat, die proletarische, die sozialistische Kultur. (Heftige Zwischenrufe links, Zustimmung rechts und im Zentrum.) Wir können nicht warten, bis unsere Söhne erwachsen sind und sich selbst ihren Weg wählen, sondern wir bemühen uns, die sozialistische Lehre schon in ihrer 140