Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 183)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ismojik zarten Jugend in ihre Herzen und Gehirne einzuprägen. Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren sondern sich schon ab, Arbeiterkinder für sich und Kinder der sogenannten Bourgeoisie für sich. Sie haben eigene Bücher, eine eigene Lehre, eine eigene Erziehung. Anstelle der blauweißen Fahne erscheint eine neue Fahne. „Es lebe der Arbeiter!" rufen die Kinder einerseits, gegenüber den andern, die „Es lebe das Volk!" rufen. Wohin kommen wir mit einer solchen Erziehung? Wir spalten uns in zwei Völker. Ein jeder ist frei, seinen Sohn nach seinem Willen zu erziehen, aber auf Kechnung der Volksgelder, dieser Groschen, die man vom Volke sammelt, eine neue Gesellschaft, die den Volksinteressen entgegen ist, zu bauen — dagegen muß sich jeder Zionist wehren. (Beifall rechts, andauernde Zwischenrufe links. Del. Mereminski: Ihr habt Arbeiter vertrieben!) Wir haben nicht genug an unserem Ideal, an dem Ideal Herzls, das von den Propheten kommt: das zerstreute Volk zu beleben, ihm den Geist des Lebens einzuhauchen und den wahren jüdischen Typus zu schaffen, den freien Menschen, der den Boden seines Vaterlandes unter seinen Füßen fühlt. Wir haben nicht genug an dem Ideal der Erlösung des Vaterlandes und der Schaffung eines starken und treuen nationalen Heimes, sondern wir laufen fremden Idealen nach, diese sind uns Hauptsache und das Unsrige Nebensache. Schwestern und Brüder im Zionismus! Für uns ist der Zionismus kein Experiment, das gelingen oder auch nicht gelingen kann; der Zionismus muß gelingen, denn das ist ein historischer Prozeß, der Jahrtausende dauert. Die Zeit der Verwirklichung unserer Ideale ist gekommen, und wir dürfen uns keinen Augenblick auf dem Wege aufhalten. Diejenigen, die Hindernisse auf dem Wege der Entwicklung aufrichten und den normalen Prozeß hemmen, werden zur Verantwortung gezogen werden. Wir wollen jetzt keine Sünden aufzählen; aber wenn wir vom richtigen Wege abgekommen sind, müssen wir ihn wieder suchen und sofort auf ihn zurückkehren. Der 15. Kongreß muß das System ändern und uns den richtigen Weg zeigen, den Weg, auf dem wir, Klein und Groß, Jung und Alt, mit großen Schritten vorwärts kommen werden zu unserem heiligen Ziel. (Beifall.) Vorsitzender: Wir sind am Ende unserer geschäftsordnungsmäßigen Sitzung. Die nächste Sitzung findet am Nachmittag um 2.30 statt. 141