Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte nach Hause zurückkehrten. Die Folgen davon sehen wir auch in der Galuth. In Polen, wo drei Millionen Juden leben, wurde dieses Jahr nur eine geringe Zahl Schekel verkauft, und auch die Geldeingänge des Keren Hajessod sind sehr klein. Ich habe da an einer Versammlung der Mitarbeiter des Keren Hajessod teilgenommen, und alle erklärten einstimmig, daß gerade die Zionisten es sind, welche die Geldsammlung für den Keren Hajessod stören. Und es ist auch nicht erstaunlich, denn „Deine Taten nähern dich, deine Taten entfernen dich." Wenn man zu einem gewöhnlichen Juden kommt und von ihm Geld für Keren Hajessod verlangt, so machen die wenigen Worte auf ihn Eindruck, sie erwecken in ihm Begeisterung; denn im Herzen eines jeden Juden ist das Gefühl der Liebe zu Zion eingepflanzt, und er gibt auch sehr gern. Aber auf den organisierten Zionisten, der schon vor langem die Kindheitsperiode im Zionismus durchgemacht hat, wirken die Eeden nicht. Er verlangt Tatsachen, und wenn die Tatsachen nicht da sind oder nicht seinem Geiste nach sind, so erweckt das in ihm Gegnerschaft gegen den Keren Hajessod. Ich fühle mich verpflichtet, hier noch an die Beziehung der Zionistischen Exekutive zu den Hauseigentümern zu erinnern. Diejenigen Hausbesitzer, die in Tel Awiw ihre Häuser bauten, in demselben Tel Awiw, auf das alle Zionisten so stolz sind, in dieser einzigen hebräischen Stadt der Welt, deren Wert auch die Linke anerkennt, weil sie auch jetzt in diesen sehr schweren Zeiten 6000 Arbeiter beschäftigt (in diesen Tagen ist das der einzige Maßstab für oder gegen) — in diesem Tel Awiw haben viele Hausbesitzer das ganze Geld in ihren Gebäuden investiert, sie haben auch große Schulden, viele von ihnen zahlen sehr hohe Zinsen. Sie klopfen täglich an die Tür der Hypothekenbank. Vielen von ihnen wurde eine Anleihe versprochen, während sie bauten, viele stehen vor dem Kuin, wenn sie die Anleihe nicht bekommen. Daß die Exekutive für so sichere und produktive Dinge kein Geld für Anleihen hatte, bedeutet für sie eine vollkommene Diskreditierung. Herr Präsident Dr. Weizmann sagte in seiner Kede, die Krise bestehe nur in den Städten und in den Kolonien sei alles in Ordnung. Es seien zwar noch Mittel notwendig, es müsse noch manches vervollkommnet werden; das werde auch in der nächsten Zeit geschehen. Es ist wahr, daß die Kolonien nicht unter der Krise leiden. Aber nur in d e n Kolonien, die auf Grund der Privatinitiative entstanden sind, ist wirklich keine Krise da. Dort wird eine große Arbeit geleistet, die von Erfolg gekrönt ist. Petach Tikwah ist die Perle des Landes, die Weine von Eischon le Zion und Sichron Jakob tragen den 138