Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 179)
- Language
- German, English, Hebrew
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lsmojik hört niemand, niemand schenkt ihnen Aufmerksamkeit. Von der Summe von 15.000 Pfund, die für Arbeitsbeschaffung in Tel Awiw bestimmt war, hat man für sie nur 150 Pfund ausgegeben. Dasselbe gilt auch bezüglich der Beziehungen zu den Jemeniten. Als der Vertreter der Jemeniten von dieser Tribüne sprach, fühlte ich, daß keine Teilnahme bei der Mehrheit der Delegierten war. Sie müssen doch diesen unseren „armen Bruder" anerkennen. Es ist ein nationales Element, der Arbeit in Palästina hingegeben. Sie drängten aus dem Jemen nach Palästina, als ob sie den Schofar des Messias hörten. Ihre Liebe zum Lande ist traditionell und kommt aus tiefster Seele. Sie sind an ein schwereres Klima als das palästinensische gewöhnt, und für sie ist das Klima in Palästina eine Erholung. Ihre Bedürfnisse sind nicht groß. Sie sind arbeitslustig und fähig, ihre Last zu tragen. Diese Leute laufen dem Schatten eines Stückchens Boden nach und bekommen ihn auch. Mit kleinen Mitteln könnte man sie in der Nähe der bestehenden Kolonien ansiedeln und tausende von Menschen ernähren. So aber verkommen sie arbeitslos in den Städten, und niemand schenkt ihnen Aufmerksamkeit. Es ist unmöglich, das weiter zu dulden. Was aber jede Grenze überschritten hat, ist die Beziehung zur vierten Alijah. Man hat sie mit allen Schmähnamen genannt, man hat sie alle als Spekulanten bezeichnet und sie mit Schmutz beworfen. Mit keiner Sache kam man ihnen zu Hilfe, nicht einmal moralische Unterstützung wurde ihnen gewährt. Die Menschen waren ganz verlassen, ohne einen ßat zu finden, als ob man die Absicht gehabt hätte, sie zum Scheitern zu bringen. Diese Leute brachten viel Energie und große Kapitalien, die meisten von ihnen verbrannten die Brücken hinter sich, verkauften in Polen alles, was sie dort hatten. Die Bewegung aus Polen nach Palästina war fast messianisch, die meisten der Einwanderer waren von dem Glauben und Willen durchdrungen, ihren Lebenswandel zu ändern. Es waren Leute, die mit großen Familien nach Palästina gekommen sind, sie haben das Leben der großen Stadt verlassen und strebten ins Dorf. Da aber kein Boden da war, keine Hilfe, keine Information, kein Eat, blieben sie meist in den Städten. Der eine baute ein Haus und investierte darin das ganze Geld, der andere saß und wartete auf Geschäfte und aß sein Geld auf. So waren sie ganz hilflos, nachdem sie dem Lande große Opfer gebracht hatten, voll Bitternis und Enttäuschung mußten sie in die Galuth zurückkehren. Das führte dazu, daß auch Leute mit Geldmitteln ihr Geld nahmen und 137