Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 178)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte das Geld billig ist, auch dort ist es notwendig, daß die E e g i erung die Wege zur Förderung der Industrie sucht, damit sie die ländliche Industrie stärkt und ausbaut, welche ein entscheidender ökonomischer Faktor im Leben des Landes ist. Umso wichtiger ist die Unterstützung seitens der Eegierung in unserem Lande, das an Geld arm ist, das keine Tradition in der Industrie hat, das nicht viele erfahrene Arbeiter hat. Ebenso wichtig ist die Förderung seitens der Zionistischen Exekutive. Ich werde nicht über den politischen Teil dieser Unterstützung sprechen, da Herr Jabotinsky darüber schon ausführlich genug gesprochen hat; ich habe seinen Worten nichts hinzuzufügen. Aber auch in ökonomischer Hinsicht hat die Exekutive nichts getan, um irgendwie die Industrie zu fördern. So zum Beispiel hat der 14. Kongreß den Beschluß gefaßt, eine Industrie-Bank zu gründen, und zu diesem Zwecke 25.000 Pfund bestimmt; es wurde aber bis heute nichts in dieser Hinsicht getan. 10.000 Pfund wurden aus Amerika für die Bank geschickt, ich weiß aber nicht, ob dieses Geld irgendwo tot liegt, vielleicht verpfändet, oder für einen anderen Zweck ausgegeben wurde. Im Budget des vorigen Jahres wurden für Industrie 18.000 Pfund bestimmt, davon wurden in Form von Anleihen an die Industriellen 7000 Pfund gegeben, das andere wurde für unwichtige Dinge ausgegeben. Für die richtige Industrie war kein Geld übrig. Für „Selah" hat man während der zwei Jahre gegen 13.000 Pfund ausgegeben, eine Sache, deren Existenzberechtigung zweifelhaft und bei der das Geld fast verloren ist. Es sind kleine Unternehmungen, denen man mit kleinem Geld helfen konnte und die manchmal einige Familien ernähren konnten. Das Geld hätte sich langsam ausgezahlt, das Unternehmen hätte sich erhalten und vorwärts kommen können; aber zu diesem Zwecke hatte die Exekutive keine Mittel. Genau so ist auch die Beziehung der Exekutive zu den Handwerkern in Tel Awiw. 6000 Familien von Handwerkern sind im Lande, die insgesamt 30.000 Seelen zählen. Es ist ein produktives Element, das von der Arbeit seiner Hände lebt. Viele von ihnen leben schon eine ganze Generation im Lande, sie haben neue Stadtviertel und neue Werte geschaffen. Für dieses Element sorgt die Exekutive überhaupt nicht, man schenkt ihm keine Aufmerksamkeit, trotzdem ihre Lage jetzt sehr schwer ist. Dreißig Prozent der Arbeitslosen sind Handwerker, die Leute verlangen keine Arbeitslosenunterstützung, sie bemühen sich mit allen Kräften standzuhalten, sie verlangen nur Anleihen auf Grund von genügenden Sicherstellungen, um Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, aber auf sie 136