Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 176)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte wird. Wenn auch die großen Führer der amerikanischen Juden kein Geld geben sollten, so wird doch, wenn hervorragende Namen an der Spitze der Bewegung stehen, der Glaube an die Möglichkeiten der Eealisierung bei den Massen stärker werden. Wir Zionisten allein sind unmöglich in der Lage, Erez Israel aufzubauen. Die Keren Hajessod-Zahler sind in ihrer Mehrheit Nichtzionisten. Wir tragen eine große Verantwortung vor der jüdischen Geschichte. Eine solche Gelegenheit, wie sie gekommen ist, kommt nicht wieder. Jetzt oder niemals. Die Jewish Agency ist die einzige Möglichkeit, in erheblichem Maßstabe mehr Geld zu beschaffen. Man sagt uns, wir würden die Souveränität verlieren und das Recht der Beschlußfassung über das Budget. Der Ausweg aus dieser Schwierigkeit ist, wie ich es vor zwei Jahren, noch bevor es Jabotinsky auf dem Kongreß in Wien vorschlug, in der „Wiener Morgenzeitung" schrieb, daß der Kongreß das Unterhaus bildet und die andere Gruppe das Oberhaus. Mit anderen Worten, wir brauchen ein Zweikammern-System oder ein Kuriensystem, wie es früher Kurien im böhmischen Landtag gegeben hat. Das Unterhaus ist souverän, selten faßt das Oberhaus andere Beschlüsse. Die Exekutive wird Mittel und Wege finden, um die Kompetenzen abzugrenzen. Schon bei der Abmachung zwischen Marshall und Weizmann ist die Rede von einer vorläufig bloß wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Wir müssen mehr Vertrauen zu unserer eigenen Kraft haben und nicht glauben, daß die assimilatorische Richtung uns überwältigen könnte. Auch die Amerikaner sind bewußte Juden und sind für Zion. Im jüdischen Lande kann es nur eine jüdische Nation geben mit hebräischer Volkssprache. Ich bitte Sie, Weizmann das Vertrauen zu votieren, indem Sie ihn wieder zum Präsidenten wählen. Wir alle blicken zu ihm auf wie zu unserem großen Führer. Sein Name wird in der Geschichte nicht kleiner sein als der Herzls. Vertrauen wir auf ihn, folgen wir ihm! (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender: Geehrter Kongreß! Es wird mir mitgeteilt, daß sich gestern die verschiedenen Kommissionen des Kongresses konstituiert haben. Insbesondere ist dies auch in bezug auf den Permanenz-Ausschuß der Fall gewesen, der zu seinem Vorsitzenden Herrn Kurt Blumenfeld und zu dessen Stellvertretern die Herren Farbstein, Dr. Coralnik und Dr. Arlosoroff gewählt hat. Ich bitte den Kongreß, dies zur Kenntnis zu nehmen. — Wir fahren nunmehr in der Generaldebatte fort. 134