Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 175)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ebner England energisch vorgehen. Ich bin Jurist und weiß als solcher: Wenn man eine Forderung aufstellt, muß man einen Reehtstitel haben. Dieser unser Eechtstitel ist die Balfour-Deklaration. Sie ist aber nur eine einseitige Deklaration. Einseitig und unentgeltlich deswegen, weil wir keine Gegenleistung geboten haben. (Lebhafte Zwischenrufe, der Präsident mahnt zur Ordnung.) Es ist schwer in diesem Saale zu sprechen, insbesondere nach Jabotinsky, aber als einer der Veteranen der Bewegung habe ich wohl das Eecht, um Ihre Aufmerksamkeit zu bitten. (Lebhafter Beifall.) Die ganze Macht, die wir haben, ist die Ehrenpflicht der britischen Nation, ein gegebenes Wort zu halten. Die Balfour-Deklaration ist das Versprechen einer großen Nation an eine kleine, aber uralte Nation. Vergessen wir nicht, daß wir nur ein Zionistenkongreß sind und daß wir nicht im englischen Parlamente sitzen! Dort könnten wir auf den Tisch klopfen und energisch Forderungen stellen. Hier können wir nicht mehr tun als Resolutionen fassen. Die Empfindlichkeit der englischen Nation ist groß. Wir haben es nicht nötig, immerfort von der Offensive zu sprechen. Man soll gewiß nicht leisetreten. Unser Weizmann ist kein Leisetreter, er hat nichts unterlassen. Er kennt Land und Leute in England, und die Taktik muß ihm überlassen bleiben. Auch Jabotinsky müßte Wasser in seinen Wein gießen, wenn er die Leitung übernähme. Er hat sich übrigens heute selbst gegen eine aggressive Politik ausgesprochen. Unsere wichtigste Frage ist die der Jewish Agency. Das Unglück des Zionismus ist aus einem einzigen Punkte zu kurieren: aus dem Geldpunkte. Hätten wir Geld, wäre alles gut, und wir wären zufrieden. Unsere Forderungen richten sich nach unseren Leistungen, sagte Weizmann. Je mehr wir leisten, desto stärker wird unsere Position auch gegenüber der Mandatarmacht. Wie wollen wir das Geld beschaffen? Wenn Grünbaum und Jabotinsky imstande wären, das Geld aufzubringen, dann könnten sie die Leitung übernehmen. Herr Grünbaum kommt mit der Phrase von der Zionisierung des ganzen Volkes. Was tun wir denn anderes seit dreißig Jahren? Aber man kann ein Volk nicht zur Gänze für eine Idee gewinnen. Die Bundisten konnten das nicht und auch die Assimilanten nicht. Jabotinsky spricht immer nur vom Sollen; die Zionisten sollen das und das tun, die Mandatarmacht soll, aber das Sollen ist etwas Ungewisses, die Frage ist, ob man etwas tun wird. Unsere Juden werden ihr Geld in Palästina erst anlegen, wenn Palästina aufgebaut sein wird, und England wird uns den Aufbau überlassen und materiell nichts für uns tun. Jabotinsky und Grünbaum haben gefragt, woher wir denn die Sicherheit haben, daß die Jewish Agency Geld bringen 133